Gesundheit

Partner in Velbert soll Klinik in Bochum-Linden stärken

Die Beatmungsmedizin (hier mit Chefarzt Dr. Andreas Kutscha) zählt zu den Spezialgebieten der Lindener Klinik.

Foto: INGO OTTO

Die Beatmungsmedizin (hier mit Chefarzt Dr. Andreas Kutscha) zählt zu den Spezialgebieten der Lindener Klinik. Foto: INGO OTTO

Bochum.   St.-Josefs-Hospital bildet „Verwaltungsverbund“ mit Krankenhaus Niederberg. Ein Geschäftsführer für beide Standorte. Häuser bleiben eigenständig

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Das St.-Josefs-Hospital in Linden und das Klinikum Niederberg in Velbert rücken zusammen. Die beiden Helios-Krankenhäuser werden fortan von einem Geschäftsführer geleitet. Durch den „Verwaltungsverbund“ solle das Lindener Hospital medizinisch gestärkt werden und dauerhaft konkurrenzfähig bleiben, erklärt der private Klinikbetreiber.

180 Betten und jährlich 6000 stationäre Patienten

Mit 180 Betten und jährlich 6000 stationären Patienten zählt das St.-Josefs-Hospital zu den kleineren Krankenhäusern im Lande. Als „Einzelkämpfer“ würdigt Helios-Sprecher Tobias Pott die 300 Mitarbeiter an der Axstraße. Die arbeiten zwar durchaus erfolgreich, haben unter anderem mit der Pneumologie eine leistungsstarke Fachabteilung etabliert, erhalten nun aber gleichwohl einen größeren Partner.

2016 übernahm die Helios-Gruppe das bis dahin kommunale Klinikum Niederberg, das derzeit für 100 Millionen Euro neu- und umgebaut wird. Der Velberter Geschäftsführer Dr. Niklas Crude übernahm in dieser Woche auch die Leitung des Lindener Hauses. „Zur besseren Steuerung“, wie es in einer Mitteilung heißt. Denn das Josefs-Hospital soll von dem gut dreimal größeren Klinikum Niederberg (470 Betten, 1000 Mitarbeiter, jährlich 19 000 stationäre Patienten) profitieren.

Patienten sollen profitieren

„Wir arbeiten mit den Kollegen in Velbert schon länger gut zusammen. Durch die Kooperation werden wir unser medizinisches Angebot für unsere Patienten nochmals deutlich verbessern können“, sagt die Ärztliche Direktorin und Chefärztin in Linden, Dr. Silke Ganzera. So sei daran gedacht, zusätzliche Spezialsprechstunden zu Fachbereichen einzurichten, die in Linden bisher nicht vorgehalten werden. Zudem könnten Fachärzte im Klinikum Niederberg künftig per Konsil auch für Patienten in Linden tätig werden. „Umgekehrt sind die Spezialitäten aus Bochum eine gute Ergänzung für Velbert“, verdeutlicht Dr. Niklas Cruse die „strategischen Möglichkeiten der Kooperation“.

Betriebsrat der Lindener Klinik gibt sich zurückhaltend

Der Betriebsrat der Lindener Klinik zeigt sich zurückhaltend. „Wir hatten am Donnerstag ein erstes Gespräch. Bis auf die Tatsache, dass es einen gemeinsamen Geschäftsführer gibt, liegen uns noch keine weiteren Informationen vor“, sagte die Vorsitzende Marie-Luise Otte auf WAZ-Anfrage. Wichtig sei: „Jedes Haus bleibt eigenständig. Es gibt keine ,Zusammenlegung’.“ Ob in der Belegschaft Sorgen über einhergehenden Stellenstreichungen aufkommen? Marie-Luise Otte gibt sich selbstbewusst. Kürzungen seien im Gesundheitsbereich zwar leider an der Tagesordnung. „Aber sicher ist auch: Wenn eine Klinik ihr medizinisches Angebot erweitern will, braucht sie dafür ausreichendes und qualifiziertes Personal.“

>>>BISHERIGE CHEFIN WECHSELT IN DIE REHA-SPARTE

  • Dr. Niklas Cruse ist seit elf Jahren im Unternehmen Helios tätig und hat in Nordrhein-Westfalen bereits die Helios-Kliniken in Lengerich, Oberhausen und Siegburg geführt, bevor er vor eineinhalb Jahren das jüngste Helios-Haus in Velbert übernommen hat.

  • Die bisherige Geschäftsführerin des St.-Josefs-Hospitals in Linden, Anna Berrischen, bleibt den Helios-Kliniken erhalten. „Sie wird zum 1. November in die Reha-Sparte des Unternehmens wechseln“, kündigt Sprecher Tobias Pott an.

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