Ostpark

Ostpark: Spannende Einblicke in Bochums größtes Neubaugebiet

Neben der Evangelischen Fachhochschule in Bochum-Altenbochum entsteht bald Bochums größtes Neubaugebiet.

Neben der Evangelischen Fachhochschule in Bochum-Altenbochum entsteht bald Bochums größtes Neubaugebiet.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Altenbochum.  Viele Anwohner nehmen an Führungen über die Brachflächen an der Feldmark in Altenbochum teil. Hier entsteht bald Bochums größtes Neubaugebiet.

„Das waren spannende zwei Stunden. In einem Jahr sehen wir uns wieder zur Baustellenbesichtigung“, strahlt Franz Große-Kreul am Ende der Begehung der 13 Hektar großen Brachfläche für das zukünftige Quartier „Feldmark“ in Bochum-Altenbochum, Teil des städtischen Mega-Wohnungsbauprojekts „ Ostpark – Neues Wohnen“. Bis zu 1300 neue Wohnungen entstehen in Altenbochum und Laer.

Der Projektmanager vom Entwicklungsträger NRW.Urban hat gute Gründe, bester Laune zu sein. Seinem Team – verstärkt durch Mitarbeiter des federführenden Stadtplanungsamtes – gelang es, rund 80 Anwohnerinnen und Anwohner auf das im Oktober startende, klimafreundlich geplante Bauvorhaben einzustimmen.

Anwohner nehmen Bochums Mega-Wohnungsbauprojekt vor dem Baustart unter die Lupe

Ja, es gab auch kritische Nachfragen. Aber die konnte weitgehend einvernehmlich geklärt werden. „Ich habe mich sehr gut informiert gefühlt“, sagt Besucherin Annabella Fabry am Ende der Tour über Stock und Stein. „Das umfasst für mich das planerische Konzept ebenso wie die Idee, eine klimafreundliche Umgebung mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen zu wollen“, so Fabry weiter. Einzig die Planungsvorgabe ein Pkw-Stellplatz pro Wohnung – bei 700 Wohneinheiten entsprechend viele Parkplätze – bereitet ihr Bauchschmerzen. „Ich denke, das ist zu wenig.“

Aktuelle Nachrichten aus Bochum – jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren

Philipp Lemke von NRW.Urban erklärt diese Planzahlen so: „Die Planer gehen davon aus, dass vermehrt der öffentliche Nahverkehr, das eigene Fahrrad und Leihfahrzeuge genutzt werden.“ Für Letzteres gibt es zukünftig eine Elektro-Mobilitäts-Station mit Car-Sharing, E-Bike und elektrischem Lastenrad. Besonders imponiert Annabella Fabry eins: Die Bereitschaft der städtischen Bauprojektentwickler und von NRW.Urban während der Planungsphase, Bürgerbeteiligung ernst zu nehmen.

„Normalerweise wird man zu Beginn einer Baumaßnahme durch gesetzliche Beteiligung informiert, dass etwas passiert. Auf inhaltliche Nachfragen gibt es jedoch nur Schulterzucken“, sagt Fabry. Folge: Am Ende stehe der Bürger vor vollendeten Tatsachen. Zuversichtlich sieht auch Anwohnerin Jutta Kemper der Zukunft im neuen Quartier entgegen. „Die Idee, viele begrünte Freiflächen mit Wasserläufen zu schaffen, finde ich gut“, sagt sie. Ihr Verbesserungsvorschlag: Nicht nur einen Wasser-Spielplatz für Kinder, sondern auch Bewegungsangebote für Senioren bereitzustellen.

Anwohner des benachbarten Eichendorffwegs haben etwas mehr Bauchschmerzen. Durch die Rodungsarbeiten ab Oktober, um die Fläche für die Bebauung vorzubereiten, werden die Bäume am Sheffield-Ring gefällt. Sie befürchten deshalb eine höhere Lärmbelastung, bis zukünftig die Schutzwand steht. Projektleiterin Sonja Kötter vom Planungsamt hält entgegen: „Lärmmessungen an anderen Orten ergaben kaum einen Unterschied, ob Bäume vor der Lärmquelle standen oder nicht. Nur unsere Sinne haben den Eindruck, dass es dadurch leiser wird.“

Die Begehung in fünf Gruppen präsentierte die zukünftigen Attraktionen des neuen Quartiers. Das ist vor allem Wohnen zwischen viel Grün, inklusive Dachbepflanzung. Hinzukommen kleinere Bäche zwischen den Häusern und ein großer Wasserlauf, die das Oberflächenwasser aufnehmen, anstatt es in die Kanalisation abzuleiten. Pumpstationen und Auffangbecken bis zu einem „Raingarden“ sorgen für eine durchgehende Wasserversorgung bei Bedarf. Eine Promenade entlang dieses Wassers, genannt „Gracht“, ein Wasserspielplatz sowie eine separate Quartiersgarage sind weitere Besonderheiten. Philipp Lemke: „Wir wollen den Automobilverkehr weitgehend aus dem Quartier heraushalten.“

Bleibt die Bauerschließung, für die zunächst rund 70000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden. Einiges davon wird später Teil des Lärmschutzes am Sheffieldring, ergänzt durch eine unterschiedlich hohe Mauer. „Der gesamte Baustellenverkehr erfolgt über die Feldmark. Das ist uns ganz wichtig, um eine Beeinträchtigung der Anwohnerinnen und Anwohner möglichst zu vermeiden“, erklärt Franz Große-Kreul. Dasselbe gelte für die spätere Bebauung. Nur 14 Einfamilienhäuser werden über den Eichendorffweg errichtet, der Sackgasse bleibt. Die Besucher nehmen das gerne mit. Die Vorstellung „Baulärm bis etwa 2024“ behagt schließlich nicht. Sie hoffen auf ein gutes Baustellenmanagement.

Weitere Nachrichten aus Bochum lesen Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben