Osterdeko

Osterhasen aus Bochum sind deutschlandweit gefragt

Der Bochumer Uwe Wilhelm inmitten seiner Osterdekoration auf seinem Dachboden.

Der Bochumer Uwe Wilhelm inmitten seiner Osterdekoration auf seinem Dachboden.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Ulrike König und Uwe Wilhelm stellen zu Ostern Hasen und andere Holzfiguren her. Die Produkte sind deutschlandweit gefragt. Nicht nur bei Kunden.

Bunte Holzhasen so weit das Auge reicht: Im Wohnzimmer von Ulrike König ist schon vor Monaten das Osterfieber ausgebrochen. Denn wenn noch keiner an die Feiertage denkt, laufen ihre Vorbereitungen fürs Ostergeschäft auf Hochtouren.

Vor elf Jahren hat sich die 60-Jährige mit ihren handgefertigten Holzfiguren selbstständig gemacht. Seitdem wollen Geschäfte aus ganz Deutschland ihre Kollektionen. Egal ob Valentinstag oder Weihnachten: Für jede Zeit im Jahr hält ihre kleine Firma „Königskinder“ ein eigenes Sortiment bereit. „Jede Figur ist individuell gestaltet, es gibt sie nicht in jedem Geschäft zu kaufen“, sagt Ulrike König. „Für meine Osterkollektion habe ich seit Januar etwa 600 Figuren gefertigt. Da sind nicht nur Osterhasen, sondern auch Elfen, Blumenmädchen und bemalte Gänseeier dabei.“

Bei ihrer Arbeit helfen ihr drei Angestellte und ab und zu auch mal die Tochter. Gemeinsam wird gesägt, geschmirgelt und bemalt. Die Impulse für ihre Entwürfe kommen der Bochumerin recht spontan: „Auf einmal ist da diese Idee im Kopf, dann brauche ich einen Zettel und male sie auf. Anschließend erstelle ich den Prototypen aus Holz.“

Präzision ist das A und O

Beim Fertigen der Holzfiguren ist Präzision das A und O – sowohl beim Zeichnen der Entwürfe als auch beim Bemalen der Figuren. „Ich habe damals im Dentallabor gearbeitet“, so Ulrike König. „Ich schätze, daher kommt meine Genauigkeit.“ Und diese Fleißarbeit zahlt sich aus. Seit sechs Jahren wollen Läden wie Brummbär und Ambiente ihre Kollektionen haben.

Weil sogar Kunden aus Hamburg und Süddeutschland ihre Deko kaufen wollten, hat König Anfang des Jahres einen Onlineshop eingerichtet. Sogar Sammler gebe es schon von ihren „Königskinder“ -Figuren. „Und leider auch Nachahmer. Die fotografieren die Figuren ab und fertigen sie nach.“ Damit jeder ihre Originale erkennt, befestigt die Unternehmerin an jeder Figur einen Anhänger, auf dem eine kleine Krone abgebildet ist. Auch an den Gesichtern kann man erkennen, ob es sich um eine Fälschung handelt oder nicht. Denn die macht Ulrike König – obwohl sie eine eigene Malerin hat – immer selbst. „Da darf keiner ran. Da muss nur ein Auge zu weit links sein, dann passt es nicht mehr.“

Tausend Figuren auf dem Dachboden

Einer, der etwas weniger wert auf Feinheiten legt, ist Uwe Wilhelm. Auch er fertigt Holzfiguren an – und das seit über 40 Jahren. „Meine Frau hat damals in einer Schreinerei angefangen. Da fing das Elend an“, sagt der 75-Jährige. Seine Leidenschaft: Sägen. Auf seinem Dachboden in Langendreer fertigt der gelernte Maschinenschlosser Osterhasen, bekannte Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet und andere Figuren aus Holz. Für seine Osterkollektion hat er einen eigenen Raum – mit Hasen in allen Formen und Größen. „Hier oben sind bestimmt mehrere Tausend Figuren. Da steckt jahrelange Arbeit drin.“

Und die zeigt er zweimal im Jahr bei seiner Oster- und Weihnachtsausstellung. Zuletzt kamen im März rund hundert Kunden auf seinen Dachboden, um bei Kaffee und Waffeln Wilhelms Unikate aus Holz zu kaufen. Woanders verkauft der Rentner seine Figuren nicht, einmal im Jahr stellt er auf der Messe „WAT kreativ“ aus. „Ich wollte die Figuren nicht zum Geschäft machen. Das würde ich gar nicht mehr schaffen“, erklärt Wilhelm. „Der Garten ruft ja auch noch.“

Seine nächste Ausstellung findet erst im Winter statt – am 11. November; traditionell mit einer Tombola. Bis dahin fertigt Wilhelm noch weitere Figuren an. „Wegen meiner Arthrose wird es immer schwieriger. Aber ich versuche es, solange es noch geht.“

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