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Online-Radio vom Küchentisch aus: Die Riemker Dialoge

Online-Radiovom heimischen Esstisch: Dieses Mal ist Uwe Fellensiek zu Gast bei Marius Hoff (rechts) und Tobias Brenscheidt.

Online-Radiovom heimischen Esstisch: Dieses Mal ist Uwe Fellensiek zu Gast bei Marius Hoff (rechts) und Tobias Brenscheidt.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Zwei Bochumer Studenten laden lokale Promis in ihre Küche ein. Seit drei Jahren nehmen sie ihren Podcast auf – dieses Mal mit Uwe Fellensiek.

Der heutige Gast weiß noch nicht wirklich, worauf er sich überhaupt eingelassen hat. „Also, was macht ihr hier eigentlich genau?“, fragt der Musiker und Schauspieler Uwe Fellensiek. „Wir laden bekannte Persönlichkeiten aus der Region in unsere Küche ein und quatschen dann mit denen“, erklärt Marius Hoff. Er ist einer der Köpfe hinter den „Riemker Dialogen“.

Schon vor drei Jahren hat er den Podcast ins Leben gerufen. Heute nimmt er ihn zusammen mit Tobias Brenscheidt auf. Am heimischen Esstisch wird dann über Sport, Musik, Politik und natürlich Bochum geredet. Zu Gast waren bisher zum Beispiel Bochums Ex-Kapitän Felix Bastians, Michelle Müntefering oder der Rektor der Ruhr-Uni, Axel Schölmerich. „Den haben wir natürlich gesiezt“, sagt RUB-Student Marius Hoff und lacht. Ansonsten wird eher geduzt.

Drei Wochen inhaltliche Vorbereitung

„Am schlimmsten ist immer das erste Kennenlernen – da ist man ein bisschen aufgeregt“, meint Brenscheidt. In der Regel lockert die Küchenwand mit lustigen Sprüchen über Bier, Urkunden und Hinweisschildern die Atmosphäre aber schnell auf. Vor der Wand steht ein „antiker“ Tisch aus Massivholz von Ebay mit passender Eckcouch. Darauf das professionelle Equipment der beiden: vier Mikrofone, ein Mischpult, ein PC und ein Tablet für Einspieler.

Für die Technik ist Marius Hoff zuständig. „Eigentlich macht er sowieso fast alles. Ich gebe dann am Ende Feedback und versuche ein paar witzige Sprüche einzubauen“, gibt sein Partner zu. Die inhaltliche Vorbereitung des Podcasts beginnt etwa drei Wochen vor der Ausstrahlung.

Die rund 40-minütigen Sendungen bestehen in der Regel aus zwei bis drei Themenkomplexen, dazu gibt es wiederkehrende Elemente: eine Schnellfragerunde zu Beginn und ein selbstentwickeltes Spiel. „Das scheitert manchmal ziemlich. In unseren Köpfen wirkt das Spiel schlüssig, wird dann von den anderen aber nicht verstanden“, analysieren die beiden.

VfL Bochum, Darts und Skifahren

Mit Uwe Fellensiek sprechen sie über die Entwicklungen beim VfL, die Schauspielkarriere des Wahlbelgiers und warum sein musikalischer Durchbruch bis heute auf sich warten lässt. Danach wieder über den VfL. Und über Darts. Und über Skifahren. Fellensiek hat sich vor kurzem das berühmte Rennen auf der Streif neben Bernie Ecclestone und Arnold Schwarzenegger angeschaut. Jetzt sitzt er hier in der Küche an der Herner Straße.

„Insgesamt zu viel Sport heute“, stellt Tobias Brenscheidt am Ende fest. Außerdem war ihm die Sendung etwas zu steif, zu sehr am Fragenkatalog orientiert. „Ja, stimmt schon“, sagt Marius Hoff. „Wir dürfen aber nicht zu viel Unfug machen, eine gewisse Ernsthaftigkeit ist wichtig, damit überhaupt noch Gäste kommen.“ Brenscheidt nickt.

Nicht zu viele Vorgaben machen

Generell haben beide keine Lust auf zu viele Vorgaben, wollen ihr eigenes Ding machen. Das war auch der Grund, warum Marius Hoff irgendwann aufgehört hat, beim Radio zu arbeiten. Ihn haben die immer gleichen Formate und Vorgaben genervt. Jetzt ist er freier.

„Vor allem geht es mir darum, etwas Neues zu erfahren, was man nicht überall lesen kann.“ Dabei kann man dann auch mal das Papier knistern hören oder wie Tobias Brenscheidt an seinem Getränk nippt. Ein ganz normales Gespräch also, nur das Mikrofon läuft die ganze Zeit mit.

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