Schule

Ohne stellvertretende Leiter geht an Bochumer Schulen wenig

Sonja Jestädt ist seit Juli stellvertretende Schulleiterin des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums.

Sonja Jestädt ist seit Juli stellvertretende Schulleiterin des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums.

Foto: Gero Helm

Bochum.  Leiter von Schulen sind zumeist bekannt. Anders sieht es bei ihren Stellvertretern aus. Die kennt kaum einer. Dabei leisten sie wichtige Arbeit.

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Sonja Jestädt und Siegurd Beaupain könnten auch Schulleiterin beziehungsweise Schulleiter werden. Die Voraussetzungen dafür erfüllen sie. Sie ist seit Juli stellvertretende Schulleiterin am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium. Er ist seit 2012 stellvertretender Schulleiter an der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Beide interessieren sich für Schulentwicklung und haben Freunde an Führung und Management. Schulleiter oder Schulleiterin werden sie dennoch nicht werden. Sie wollen es einfach nicht. Sie fühlen sich wohl als Stellvertreter.

Sie stehen stellvertretend für viele der stellvertretenden Schulleiter der Schulen der Stadt. Sie stehen selten im Vordergrund, haben nicht den Bekanntheitsgrad eines Schulleiters. Den wollen sie zumeist auch nicht. Aber klar ist, dass ohne ihre Arbeit der Schulalltag kaum funktionieren würde.

Bewusste Entscheidung für die Stellvertreterstelle

Jestädt stemmt ihn in Zusammenarbeit mit Michael Braß. Der ist seit Mitte vergangenen Jahres Leiter des Gymnasiums im Schulzentrum Gerthe. Er ist genauso alt wie Jestädt. „Wir könnten also Prinzip bis zur Rente den Laden rocken“, sagt Jestädt. Braß als Leiter und eher Repräsentant der Schule, Jestädt als Organisatorin aus der zweiten Reihe. Er quasi als Externer, der frisch an die Schule gekommen ist. Sie quasi als Interne, die seit 2007 am Gymnasium arbeitet, viele Lehrer und Lehrerinnen der Schule lange kennt und fünf Schulleiter erlebt hat.

Das mit der Bewerbung auf die Stellvertreterstelle sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt sie. Sie mache gerne Verwaltung. „Das liegt mir. Es ist sehr abwechslungsreich.“ Sie kümmert sich um die Stunden- und Vertretungspläne, die Schülerbeförderung, um Ausstattung und Beschaffung von Materialien. Sie ist erste Ansprechpartnerin für das nichtpädagogische Personal; also die Sekretärinnen, den Hausmeister, die Putzkräfte. Sie begleitet auch den Bau des neuen Schulgebäudes. Der ist ja inzwischen beschlossen und soll Ende 2020 starten. Sie könnte sich bei Siegurd Beaupain Infos aus erster Hand holen, worauf sie als „Bauherrin“ achten sollte.

Beaupain fühlt sich gerade eher etwas mehr als Baustellenmanager denn als stellvertretender Schulleiter. Die gesamte Heinrich-Böll-Gesamtschule ist eingerüstet. Es wird gebaut, saniert, umgebaut. „Ich bin das Bindeglied zwischen Stadt, Architekten und Schule“, sagt er. Die Aufgaben, die er als Stellvertreter machen muss, macht er natürlich außerdem. Auch er erledigt das mit Freude. „Ich bin in meinem Orga-Bereich glücklich.“ Organisieren liege ihm. Das in erster Reihe stehen, mag er dagegen nicht so sehr. Dabei könnte er, wenn er denn wollte.

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