Schöne Gärten

Oasen gesucht: Bochumerin schafft Urlaubsparadies im Garten

Nicht am Strand, aber in ihrem Strandkorb: Jutta Blümkes Garten in Bochum lädt zum Schweifen in die Ferne ein..

Nicht am Strand, aber in ihrem Strandkorb: Jutta Blümkes Garten in Bochum lädt zum Schweifen in die Ferne ein..

Foto: Foto: Kim Kanert / FUNKE Foto Services

Bochum-Hofstede.  Er liegt mitten im Ruhrgebiet, aber Jutta Blümkes Garten entführt in die Ferne: Urlaubserinnerungen und mediterrane Deko machen’s möglich.

Schon über ihrem Klingelschild klebt ein kleiner Hinweiszettel: ,,Bin im Garten“. Wer Jutta Blümke besuchen will, ist besser beraten, direkt den Weg über den Garagenhof in ihren Garten zu wählen, denn hier ist sie ohnehin die meiste Zeit anzutreffen. ,,Alles spielt sich draußen ab“, sagt die 72-Jährige und führt über einen Steinweg zunächst in ihre verwinkelte Gartenlaube. Auf dem Rasen verlängern Steinplatten in bunter Mosaik-Optik den Weg hin zu Strandkorb, Goldfischteich und Pflaumenbaum.

Bochumer Oasen: Der lange Weg zum Traumgarten

Zwar liegen ihre 200 Quadratmeter Garten mitten im Ruhrpott, in Hofstede, nahe an der Herner Grenze, aber wenn Jutta Blümke ihn betritt, kann sie in die Ferne reisen. Ein selbst gebauter Wegweiser aus Holz zeigt auch genau, wohin: Zu ihrer Geburtsstadt, dem Lieblingsort auf Mallorca, der Heimat ihres Mannes oder dem jährlichen Winterreiseziel: Duisburg, Sant Elm, Kosilenzien, Reit im Winkel. Teilweise über tausend Kilometer entfernt, kann sich Blümke in ihrem Garten dennoch in die Ferne sehnen: ,,Die ganzen Urlaubserinnerungen, die wir mitgebracht haben, versetzen mich immer in so eine schöne und entspannte Stimmung“, sagt Blümke und zeigt Windspiele von Mallorca, Fliesen von Formentera und alte Fensterfronten aus der Ferne. Blümkes Garten ist der dritte, den wir im Rahmen einer Serie über schöne Gärten vorstellen.

Garten mit mediterranem Touch

Der mediterrane Touch findet sich auch an anderen Stellen wieder: Mit Seesternen und Muscheln, Krabben

und Fischen hat Blümke zwischen Blauregen, Hostas, Clematis und Christrosen dekoriert. Sogar ein exotischer Feigenbaum wächst in ihrem Garten. ,,Die Feigen sind noch nicht ganz reif, aber vom Pflaumenbaum haben wir im letzten über 100 Kilo geerntet. Es gab jede Menge Pflaumenmus und Kuchen“, sagt sie. Der Baum ist gleichzeitig Hotel für Gäste: Ein Insektenhotel für Bienen hängt nämlich ebenso darin wie ein Vogelhäuschen.

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Wie sie den Stil ihres Gartens beschreiben würde? „Einfach Juttas Stil“, sagt Blümke und lacht. Ihr Garten sei Entspannungsort, Ruhepol, Sehnsuchtsort. „Dazu tragen auch meine Buddha-Figuren und mein orientalischer Gartenschirm bei“, sagt sie, gibt aber direkt zu: „In Asien war ich noch gar nicht, da würde ich aber gerne mal hin.“ Anregung zum Träumen darf der Garten eben auch sein. „Jetzt passt aber nichts mehr rein, der Garten ist voll genug“, findet Blümke.

Im Garten ist Geduld gefragt

Bis dahin hat es aber 30 Jahre des Sammelns, Entdeckens, Mitbringens und Bastelns gedauert. „Für einen Garten braucht man Geduld! Nicht nur die Blumen müssen wachsen, sondern das ganze Miteinander, bis es einmal so richtig wirkt“, findet Blümke. Das könne man nicht aus dem Katalog bestellen. „Nicht zu kitschig, nicht zu ordentlich, sondern persönlich und authentisch – ein Balanceakt“, meint Blümke.

Während des Corona-Lockdowns sei ihr deshalb nie langweilig geworden. „Es gibt immer etwas zu tun“, meint sie und zeigt im Vorgarten ein Lavendelbeet, welches sie erst kürzlich angelegt hat. Auch eine mit Kräutern bepflanzte Europalette ist vor nicht allzu langer Zeit eingezogen. Für Blümke ist auch die Gartenarbeit vor allem eins: „Entspannung!“

Garten als würdiger Urlaubsersatz

Mit ihrem Garten konnte die Seniorin bei der Aktion „Offene Gärten“, bei der Gartenbesitzer alljährlich ihre Pforten öffnen, auch schon jede Menge Besucher überzeugen. „An zwei Tagen kamen damals etwa 200 Leute“, erinnert sich Blümke. In diesem jahr fiel die Gartenschau in Bochum aus.

Dass auch der Mallorca-Urlaub wegen der Coronakrise ausfallen muss, erscheint Blümke halb so wild, wenn sie ihre Gartenliege, den Steinbrunnen zum Blumengießen und die überdachte Grillecke zwischen antik anmutenden zerbrochenen Krügen betrachtet. „Der schönste Ort der Welt“ steht auf einem braunen Blechschild. ,,Aus dem Chiemgau“, kommentiert Blümke. Wo ist er denn nun, ihr schönster Ort der Welt? Im heimischen Garten oder doch in der Ferne? Jutta Blümke lacht. ,,Wohl hier“, sagt sie – da kann sie schließlich überall sein.

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