Schul-Aktion

NRW-Ballett tanzt in Bochum mit Heinrich-Böll-Schülern

Das NRW-Jugendballett aus Dortmund besuchte die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Bochum. Lea Balslink und Giovanni Cusin versuchten sich am Ballett.

Foto: Klaus Pollkläsener

Das NRW-Jugendballett aus Dortmund besuchte die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Bochum. Lea Balslink und Giovanni Cusin versuchten sich am Ballett. Foto: Klaus Pollkläsener

Bochum.   Zwölf Profi-Tänzer des Landes vermitteln Heinrich-Böll-Schülern die Grundlagen des Tanzes. Jugendliche haben etwas für den Besuch vorbereitet.

In der Turnhalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule steht Nevvfel Tekin auf roten, 25 Zentimeter hohen Plateauschuhen. „Die sind echt bequem. Aber wiegen doch deutlich mehr, als ich gedacht hätte“, sagt er und läuft eine kleine Runde. Gespannt blicken seine Mitschüler. Profi-Tänzer Erik Sosa aus Spanien kommentiert: „Ich wusste es schon immer. Jungs können besser auf High-Heels laufen.“ Gelächter bricht bei den Zuschauenden und dem Plateau-Schuh-Träger aus.

Dass diese Schuhe auch ein wichtiges Requisit für einen gelungenen Tanz-Auftritt sein können, beweisen die Tänzer des NRW-Juniorballetts. Sie sind an der Gesamtschule zu Gast und vermitteln den Schülern Grundlagen des Tanzes.

Die Profi-Tänzer selbst haben bereits in jungen Jahren einiges erlebt. Im Juniorballett sind alle zwischen 18 und 21 Jahren jung. Einer der Tänzer, er ist Australier, hat in Berlin studiert, einen Zwischenstopp in Brasilien eingelegt. Eine andere Tänzerin spricht vier verschiedene Sprachen, stammt gebürtig aus Österreich und hat in Birmingham/England studiert.

Anreiz für Schüler

Genau dieser Aspekt, dass die Tänzer schon viel von der Welt gesehen haben, begeistert auch Mitorganisatorin Maike Boldt-Schäfer: „Die Profi-Tänzer haben sich früh für etwas entschieden und hart dafür gearbeitet. Das soll unseren Schülern als Anreiz dienen zu erkennen, dass man was investieren muss, wenn man etwas erreichen will. Außerdem denke ich, dass Schule aus mehr besteht als einfach nur Noten. Ich hoffe, dass die Schüler ein Stück mehr herausfinden können, wer sie eigentlich selbst sind.“

Die Schüler der 12. Jahrgangsstufe (Q1) der Heinrich-Böll-Gesamtschule haben einiges für den Besuch vorbereitet. Sie haben eigene Choreographien einstudiert und versucht, Auszüge aus Goethes Faust I in Tanzschritten auszudrücken. „Ein mutiges Projekt“, sagt Schulleiterin Christiane Kampelmann-Springer. „Wir verstehen Faust schon beim Lesen nicht und wollen nun mal gucken, ob es beim Tanzen klappt.“

Das Ungewöhnliche an dem Job fasziniert

Tobias Ehinger, den Manager des Balletts Dortmund und des Juniorballett-NRW, fasziniert am Tanz besonders die Ungewöhnlichkeit des Jobs: „Tänzer zu sein ist ein ungewöhnlicher und eigenartiger Beruf. Was dem Musiker das Instrument, ist dem Tänzer oder der Tänzerin der Körper.“

An den acht Stationen in Turnhalle und Aula lernten die Schüler Grundlegendes über das Tanzen. Richtige Aufwärmübungen, Hebefiguren und ein paar Tanzschritte gehören dazu. Aber auch die Profi-Tänzer durften Neues lernen. Die Schüler versuchten, ihnen Wichtiges aus Goethes Faust I zu erklären und tänzerisch darzustellen.

Der Besuch an der Gesamtschule mündete letztlich in einem Auftritt der Profi-Tänzer. Sie zeigten den Schülern, wie sie sich hinter den Kulissen auf einen Auftritt vorbereiten.

>>>>>> Erste Generation wurde bereits verabschiedet

  • Vor zwei Jahren hat Ballettdirektor Xin Peng Wang das NRW-Juniorballett ins Leben gerufen. Die „erste Generation“ wurde im Oktober 2016 offiziell auf der Bühne des Opernhauses Dortmund verabschiedet.

  • Die Tänzer des Balletts haben sich gegen mehr als 5000 Bewerber durchsetzen können. Sie treten überall auf der Welt auf.

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