Lothringen

Zechen-Siedlung Lothringen in Bochum-Hiltrop wird 100

Ein Luftbild der Zeche Lothringen IV von Oktober 1960. Rechts die Dietrich-Benking-Straße. Hinter der Zechenanlage verläuft die Hiltroper Straße, an der die Siedlung vor 100 Jahren gebaut wurde.

Ein Luftbild der Zeche Lothringen IV von Oktober 1960. Rechts die Dietrich-Benking-Straße. Hinter der Zechenanlage verläuft die Hiltroper Straße, an der die Siedlung vor 100 Jahren gebaut wurde.

Foto: Stadtarchiv

Hiltrop.   Siedlungs-Gemeinschaft Lothringen in Hiltrop feiert den 100. Geburtstag mit einem Nachbarschaftsfest am Rewe Lenk. Gebaut hat Zeche Constantin.

Ein besonderer Jahrestag wird am heutigen Samstag (29.) in Hiltrop gefeiert: die Grundsteinlegung für die Zechen-Siedlung Lothringen liegt 100 Jahre zurück. Grund genug für einige Anwohner, zu einem kleinen Nachbarschaftsfest einzuladen. Gemeinsam mit der SPD Bergen/Hiltrop und Rewe Lenk gibt es ein gemütliches Beisammensein am Supermarkt am Kreisel Hiltroper Straße/Dietrich-Benking-Straße.

Bezirksbürgermeister Henry Donner, zugleich auch Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hiltrop, freut sich heute „auf spannende Geschichten“ aus 100 Jahren Zechen-Siedlung. „Ich wohne ja erst seit 30 Jahren in Hiltrop“, sagt Donner, „da kann ich noch einiges zur Historie lernen“. Seinen Informationen zufolge wurden 1918 auf Betreiben der Zeche Constantin der Große die Häuser für die Beschäftigten und ihre Familien gebaut. Gemeint ist der Bereich zwischen Hagenacker, Dietrich-Benking-Straße und Hiltroper Straße. Donner: „Kleine Häuschen mit Garten. Die waren damals – und sind auch heute noch – begehrt.“

Halbmondförmiges Gebäude

An der Stelle am Kreisverkehr, an der heute Rewe Lenk zum Einkauf einlädt, stand früher ein halbmondförmiges Gebäude – im Schatten der mächtigen Zeche Lothringen IV. „Deshalb nennen vielen diesen Bereich noch heute Halbmond“, weiß Robert Tomaske, der in der nicht weit entfernten Siedlung Grümer Baum aufgewachsen ist.

„Am Halbmond gab es früher die Gaststätte ,Haus Lukas’. Das Haus steht noch, aber die Gaststätte gibt es schon länger nicht mehr.“ Die Siedlung Lothringen sei im Laufe der Jahrzehnte dann Straßenzug um Straßenzug erweitert worden. „Dazu zählen die ganzen Straßen mit Mittelgebirgsnamen wie Hunsrück- und Westerwaldstraße.“

Henry Donner hat die Siedlung immer sehr interessiert, vor allem die „spannende Architektur“. Er weiß, „dass hier auch noch immer frühere Bergleute wohnen“. Vielleicht schauen ja heute einige von ihnen bei Rewe vorbei und erzählen von damals. Das würde bestimmt nicht nur Henry Donner freuen.

Das Fest findet heute von 10 bis 14 Uhr im Eingangsbereich von Rewe Lenk statt. Es spielt ein Spielmannszug und es gibt ordentlich was auf die Gabel. Der Erlös ist für die Stiftung Erlöserkirche bestimmt.

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