Grundschule

Wilberg-Schule hält Kinderrechte hoch

Die Wilbergschule ist jetzt als Kinderrechte-Schule zertifiziert. Auf der Bühne zeigten die Grundschüler Szenen zum Motto.

Die Wilbergschule ist jetzt als Kinderrechte-Schule zertifiziert. Auf der Bühne zeigten die Grundschüler Szenen zum Motto.

Foto: Gero Helm

Grumme.   Die Wilbergschule ist zertifiziert: Rechte der Kinder sind nicht nur im Unterricht Thema, sondern finden sich auch in der Schulstruktur wieder.

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Die Wilbergschule ist jetzt eine Kinderrechte-Schule. Anderthalb Jahre lang hat sich das Team im Landesprogramm „buddy“ weitergebildet, nun hat die Grundschule ihr Zertifikat erhalten. Zur Feier des Projekts hat das Kollegium zusammen mit den Kindern eine Aktionswoche mit einem Tag der offenen Tür veranstaltet.

Beim großen Finale des aufwändigen Projekts wurde es an der Schule ordentlich wuselig. Überall hatten die 247 Kinder kleine Aktionen vorbereitet, um das Thema Kinderrechte zu veranschaulichen. Hier gab es ein Kinderrechte-Quiz, dort einen „Fairkauf“-Laden. Manche der Kinder liefen durch das Gebäude, um den Besuchern gegen eine Spende die Schuhe zu putzen – und so auf Kinderarbeit aufmerksam zu machen.

Theaterstück feiert Premiere

Auch auf der provisorischen Bühne gab es einiges zu sehen. Beispielsweise die Geschichte von zwei Französinnen, die auf ihren Reisen ein Mädchen entdecken, dass Teppiche weben muss, um ihre Familie zu ernähren. Andere Schulklassen hatten ein Lied vorbereitet. Auch Malia (9) und Laura (10) beteiligten sich in der Projektwoche aktiv: „Wir haben ein Theaterstück geschrieben“, erzählten sie stolz. Aus gemeinsamen Ideen entstand das Stück, das ebenfalls beim Kinderrechtetag seine Premiere feierte. In den letzten Monaten, als das Thema immer wieder im Schulunterricht aufgegriffen wurde, hatten die Kinder einiges gelernt: „Ich fand es interessant, dass Kinder ein Recht auf Eltern haben“, erzählte Malia. Für Kinder in Deutschland sei das schließlich natürlich.

Klassenrat gibt Kindern Stimme

Doch die Thematik Kinderrechte geht noch einen Schritt weiter, bleibt nicht nur Unterrichtsthema. Auch in der Struktur selbst hat sich bei der Wilbergschule etwas geändert. Seit etwa einem Jahr findet der Klassenrat in jeder Klasse als ein fester Termin statt. „Da kann man alles besprechen, damit jeder in der Klasse Bescheid weiß“, erklärt die neunjährige Zeynep das Prinzip. In der wöchentlichen Runde können also auch Probleme angesprochen werden. Betrifft ein Thema die ganze Schule, wird es im Schülerparlament vorgetragen. „Die Kinder haben sich zum Beispiel einen Schulgarten gewünscht. Daraus ist ein Gartenprojekt entstanden“, erzählt Schulrektorin Sabine Pischalla. Damit erlernen die Kinder schon sehr früh demokratische Grundformen kennen. Ihnen wird das Recht auf Meinung zugestanden. Bei den Schülern kommt das super an.

Grundschule unterstützt Projekt

Und noch etwas Gutes hatte der Kinderrechtetag: Mit den Spenden, die etwa beim Schuhputzen gesammelt wurden, unterstützt die Grundschule das Projekt „Schule in der Kiste“. Mit einer mobilen Box können Kinder auch dort unterrichtet werden, wo Unterricht beispielsweise nach einem Erdbeben nur im Zelt stattfinden kann.

Insgesamt war das Projekt also ein voller Erfolg. Entsprechend groß war die Begeisterung der Kleinen, als die Rektorin am Ende verkündet, dass so eine Projektwoche in Zukunft jährlich stattfinden soll.

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