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Warum „Hamme hilft!“ an der Reichsstraße aktiv ist

Richtig voll ist es: Beate Götte sortiert die Kleidung in der Kleiderkammer an der Reichsstraße 31.

Foto: Sabrina Didschuneit

Hamme.   Seit Jahresbeginn sitzen Sprachförderung und Kleiderkammer des Bochumer Netzwerks „Hamme hilft!“ an der Reichsstraße 31. Es wird aber wieder eng.

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Gemütlich ist es in der ersten Etage des ehemaligen Pfarrhauses an der Reichsstraße. Lange hat hier Pastor Ludger Gerbens gelebt, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Seit Januar werden die Räume vom Netzwerk „Hamme hilft!“ genutzt, genauer genommen von der Kleiderkammer und der Sprachförderung. Letztere war zuvor im Bürgerhaus angesiedelt, weiß die ehemalige Krankenschwester Ursula Ganswindt, die die Räume aufschließt, in denen mit Flüchtlingen Deutsch geübt wird. Tafeln hängen an den Wänden, für die Kinder gibt es ein kleines Spielzimmer. Im Flur liegt ein Stapel Pantoffeln, jeder Teilnehmer hat ein Paar.

Drei Erwachsenengruppen gibt es – Fortgeschrittene, Anfänger und Analphabeten – sowie zwei Gruppen für Schulkinder zur Hausaufgabenbetreuung. Zweimal wöchentlich finden die Kurse statt. „Die sind vor allem für Leute, die durch das Raster fallen. Besonders für Frauen, die ihre Kinder nicht betreuen lassen können. Bei uns können sie die mitbringen“, sagt Ruthild Ließem.

Kinder brachten Mütter zum Sprachkurs mit

Angefangen hat alles nach der Flüchtlingsbegrüßung 2015. „Die Kinder taten mir so leid, weil sie nichts sagen konnten. Wir haben dann mit einigen Kindern begonnen, aber die wollten dann auch ihre Mütter mitbringen, damit die auch lernen. So hat sich das dann entwickelt“, sagt Ursula Ganswindt stolz. An das Aufhören denkt die 69-Jährige nicht. Schließlich hat sie mit ihren Schülern schon etliche schöne Erfahrungen gesammelt, beispielsweise im Tierpark oder bei der Weihnachtsfeier.

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Unten im Erdgeschoss hat die Kleiderkammer ihr Lager. In den Sommerferien ist sie von der Amtsstraße hierher gezogen. Das bedeutet mehr Platz – voll ist es trotzdem. Besonders Kleidung gibt es zuhauf. „Männersachen haben wir nicht ganz so viele, die sortieren nicht so häufig aus“, erläutert Beate Götte. Einmal im Monat öffnet die Kleiderkammer für zwei Stunden. 40 bis 50 Leute kommen dann durchschnittlich.

Spenden sind nicht nur für Flüchtlinge

Verteilt wird nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an andere Bedürftige. Die werde man in Zukunft aber genauer kontrollieren. „Wer zum ersten Mal da ist, kommt bei uns bevorzugt dran. Wir kennen die anderen Leute ja, manche kommen hier richtig zum Shoppen hin und wollen Säcke voller Kleidung mitnehmen.“ Darum habe es am Anfang ein Maximum von fünf Teilen pro Personen gegeben. „Wenn eine Familie neu ist, öffnen wir auch nur für die. Gerade jetzt, wenn die keine Wintersachen haben“, so Petra Köhler.

Bochumer spenden viel

Eine Abnahme der Spendenbereitschaft der Bochumer beobachten die beiden Aktiven nicht. „Wir fragen uns immer, woher die Leute die ganzen Sachen haben. Beim Umzug haben die Leute auch Spenden gebracht, wir wussten gar nicht wohin damit. Teilweise mussten wir die Sachen schon in unserer Garage lagern“, erinnert sich Köhler. Dennoch freue sich die Kleiderkammer auch über weitere Spenden, zur Zeit besonders Winterkleidung.

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