Anzeige
125. Geburtstag

Warum die Frauenhilfe Hofstede-Riemke um ihre Existenz bangt

125 Jahre Evangelische Frauenhilfe Hofstede-Riemke: Die Leiterinnen Annette Jacob (links) und Doris Schröder (rechts) konnten die ältesten Mitglieder der Frauenhilfe (2.v.links) Paula Moschner, 96 Jahre, und Anne Armgardt, 90 Jahre, (3.v.links) begrüßen, die beide jeweils ca. 65 Jahre in der Frauenhilfe sind.

Foto: Joachim Hänisch

Hofstede/Riemke.   125 Jahre gibt es die evangelische Frauenhilfe Hofstede-Riemke schon. Doch ob sie den 130. Geburtstag erleben wird, ist mehr als ungewiss.

Anzeige

Sinkende Mitgliederzahlen sind für die evangelische Frauenhilfe Hofstede-Riemke nicht neu. Schon seit Jahren geht das so. „Vor 25 Jahren hatten wir noch 234 Mitglieder – jetzt sind es 62“, erläutert Leiterin Doris Schröder. Wirklich aktiv von denen seien aber auch nur so um die 30. Ein Ende dieses Abwärtstrends ist nicht absehbar. „Früher hatten die Frauen tagsüber Zeit und haben sich getroffen, um sich gegenseitig zu helfen. Heutzutage gehen viele aber am Nachmittag arbeiten“, sagt sie. In den Abend verlegen könne man die Treffen aber nicht, das sei für die Älteren zu spät.

Andere Frauenhilfen schlossen sich an

125 Jahre gibt es die Frauenhilfe Hofstede-Riemke jetzt, das Jubiläum wurde in der Trinitatiskirche und anschließend im Lutherhaus gefeiert. „Ob wir den 130. Geburtstag als Frauenhilfe noch erleben, wissen wir nicht“, sagt Annette Jacob, die ebenfalls die Frauenhilfe Hofstede-Riemke leitet. Ursprünglich bestand diese aus drei eigenständigen Gruppen. 1892 ging die Frauenhilfe in Hof­stede aus dem vaterländischen Frauenverein hervor. Die Frauenhilfe Riemke gibt es seit 1903, die in Marmelshagen-Nord sogar seit 1885. Doch da der Mitgliederschwund zu immens war, kam die Riemke 2004 und Marmelshagen-Nord 2011 zur Hofsteder Frauenhilfe hinzu.

„Wir sind überaltert“, sagt Annette Jacob. Sie ist 67 Jahre alt – und die Jüngste. „Die Leute denken immer, wir trinken nur Kaffee und Frauenhilfe ist nur etwas für ganz Alte“, erläutert sie. Kaffee und Kuchen gebe es zwar meist tatsächlich, zusätzlich werden aber noch Referenten eingeladen, ob von Hospiz, Suppenküche oder ein Gedächtnistrainer. „Wir wollen uns ja auch noch weiterbilden“, so die 78-jährige Schröder.

Anzeige

Ausflüge seien fester Bestandteil des Jahresprogramms, oft gehe es zu einem Café, gelegen an einem schönen Ort zum Spazieren. Natürlich werden auch Jahr für Jahr die Jubilare geehrt.

Geschenke zum Geburtstag

Zu Geburtstagen und bei Krankheit besuchen die Leiterinnen ihre aktiven Mitglieder. „Wir bringen dann kleine Geschenke mit. Die Leute im Altenheim kriegen oft was zum Duschen, die haben ja nicht viel und können das gut gebrauchen“, erzählt Doris Schröder.

Sie selbst ist seit 1987, Annette Jacob seit 1990 in der Frauenhilfe aktiv. Für sie ist das selbstverständlich. „Ich bin Christin und versuche auch christlich zu leben, da gehört ein Ehrenamt dazu. Außerdem kriegt man viel zurück“, betont Schröder. Ähnlich sieht das Jacob, die von ihrer Arbeit schwärmt: „Bei uns beiden laufen die Telefonleitungen immer heiß. Wir reden über alles. Ich mache das gern mit den Leuten.“

Spendensummen werden immer geringer

Oft spende die Frauenhilfe für gute Zwecke, mittlerweile seien die Mittel dafür aber geringer. Früher habe man schließlich noch Tischdecken und Spritzgebäck verkaufen können. „Die Zeiten sind aber vorbei. Das kaufen die Leute nicht mehr“, sagt Schröder nüchtern.

Die evangelische Frauenhilfe Hofstede-Riemke stehe allen Frauen offen, man müsse nicht evangelisch sein. Wer Interesse hat, soll zu einem der Termine im Lutherhaus, Herner Straße 332, kommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben