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Fitness

Warum Bochumer Senioren auf dem neuen „G-Weg“ trainieren

Claudia Ebert (links) und Marion Stirnberg vom TSV Hordel auf dem G-Weg: In der Turnhalle der Emil-von-Behring-Schule testen sie das neue Angebot.

Foto: Sabine Hahnefeld

Hordel.   TSV Hordel testet ein ungewöhnliches Sportgerät. Ältere sollen auf dem Teppich das Gleichgewicht schärfen. Stürze könnten so vermieden werden.

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Er sieht aus wie ein ganz normaler Teppich – und doch steckt einiges mehr dahinter: In ganz Deutschland testen Seniorenheime und Sportvereine gerade den „G-Weg“, ein neues therapeutisches Hilfsmittel, das gerade älteren Menschen dabei helfen soll, das Gleichgewicht beim Gehen zu schärfen und oftmals fatale Stürze zu vermeiden.

Der „G-Weg“, entwickelt von den Lippstädter Bewegungsexperten von „Spomobil“, ist jetzt auch in Bochum angekommen: Beim TSV Hordel kam das ungewöhnliche Sportgerät erstmals am Montagabend in der Turnhalle der Emil-von-Behring-Schule zum Einsatz – und die 18 Aktiven prüften den Sport-Matte auf Herz und Nieren. Claudia Ebert vom TSV Hordel ist begeistert: „Für Leute, die an Gleichgewichtsstörungen leiden oder schlecht gehen können, ist das eine super Übung“, meint sie. Und außerdem: Der „G-Weg“ bringt Spaß in die Turnhalle. Die Stimmung in der Gruppe, die die Sportbahn gemeinsam mit Trainerin Carina Antenbrink ausprobieren, ist bestens.

Wie funktioniert’s?

Der „G-Weg“ ist ein sechs Meter langer Teppich aus Kunststoff, der überall ausgerollt werden kann. Er zeigt eine Wiese, die in Kästchen unterteilt ist. „Die Aufgabe ist dann, über diesen Weg nur innerhalb der Kästchen zu gehen und dabei etwa einen Schirm oder einen Ball in der Hand zu halten“, sagt Quartiersmanagerin Heike Rößler, die das Pilotprojekt gemeinsam mit dem Verein auf den Weg gebracht hat. Das hört sich einfach an, ist aber kniffeliger als man denkt: „Man geht nicht nur über den Teppich, sondern hat dabei noch andere Aufgaben zu lösen. Dadurch wird die Konzentration beim Gehen stark erhöht.“

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Gerade bei der Vermeidung von Stürzen und bei der Stabilisierung des eigenen Gehens könne der „G-Weg“ hilfreich sein, glaubt Rößler. „Viele Menschen laufen im Alter sehr nachlässig. Ein Sturz mit oft bitteren Folgen ist keine Seltenheit. Hier ist der G-Weg eine innovative und auch effektive neue Übungsform.“ Viele Teilnehmer der Probestunde beim TSV Hordel hätten dann auch relativ überrascht auf die neue Trainingseinheit reagiert: „Viele waren erstaunt, dass sicheres Gehen gar nicht so einfach ist. Und die Übungen machen Spaß und sind überaus gesellig.“

Wie geht’s weiter?

Der TSV Hordel hat mit finanzieller Unterstützung des Landessportbundes (1000 Euro) und der Stadtwerke (500 Euro) einen „G-Weg“ samt genauer Trainingsanweisungen angeschafft und überlegt, wie man den Teppich künftig effektiv im Vereinsleben einsetzen und auch im Stadtteil anbieten kann. „Gerade viele unserer älteren Mitglieder wünschen sich ein solches Angebot“, meint der erste Vorsitzende Erwin Koid.

An drei Tagen kann der „G-Weg“ jetzt kostenlos für jedermann im Johanneshaus ausprobiert werden. Wie es danach weitergeht, wird man sehen. „Die Übungen machen Spaß auch zu zweit“, meint Koid. „So wird der Teppich bei uns ganz bestimmt nicht im Schrank vermodern.“

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