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Neues Clubgelände

„Start frei“ für die Modellautos auf der Cross-Strecke

Tobias und Daniela testen die Strecke zur Eröffnung auf dem Platz an der Goldhammer Straße. Foto:Joachim Hänisch

Goldhamme.   In Goldhamme düsen Groß-Modelle durchs Gelände. RC Offroad Wesel hat an der Goldhammer Straße eine neue Renn-Strecke gebaut und eingeweiht.

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Die Autobahn ist zu sehen, aber nicht zu hören, dabei ist nicht einmal eine Lärmschutzwand dazwischen. Aber hier am Ende der Goldhammer Straße läuft ein Spektakel der ganz anderen Art, da interessiert die A 40 wirklich nicht. Platztaufe oder Streckeneröffnung, jedenfalls „Start frei“ mitten im Gelände, das man so hier nicht vermutet, beim „RC Offroad Wesel“, eben in Goldhamme: Modell-Rennen.

Und die Rennstrecke braucht nicht so üppig viel Platz, „304 Meter lang, das Gelände 3500 Quadratmeter mit Parkplatz“, überschlägt Tom Elmerhaus vom ausrichtenden Club. Um die Fläche in Form zu bringen, haben die Mitglieder gut „2000, 2500 Arbeitsstunden“ investiert, Gestrüpp beseitigt, die Bahn modelliert.

Alles, was das Modellfahrer-Herz begehrt

Buckel, Steilkurve, enge Kehren, alles was das Modellfahrer-Herz begehrt, wird hier geboten. Und so furchtbar laut finden es die Modell-Enthusiasten gar nicht, auf die Einhaltung der 94-Dezibel-Schallgrenze wird geachtet. Sie wollen es sich mit dem Grundeigentümer nicht verscherzen.

Denn es ist nicht einfach, geeignete Plätze für den Modell-Rennsport zu finden, den in Wesel mussten sie unlängst aufgeben. Nicht jeder Platz ist geeignet für die Großmodelle im Maßstab 1:5 mit den hochdrehenden Zweitakt-Motoren, die immerhin fünf bis sechs PS leisten und die etwa 20 Kilo leichten Flitzer auf bis zu 70 Sachen katapultieren.

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Bobby-Car-Chassis auf ein Renngestell montiert

Mit diesem Schwung reicht oft die Kurve gar nicht aus, aber der ein oder andere Überschlag ist hier kein Thema. Die Boliden fallen sowieso meistens wieder auf die Stollenreifen und brausen weiter. Einer ist dabei, der nicht nur alle Blicke auf sich zieht, weil er alle anderen stehen lässt: Jens Köster aus Balve hat tatsächlich ein Bobby-Car-Chassis auf ein Renngestell, auch noch von einem Monster-Truck, montiert. Und das Ding flitzt jetzt mit einem Elektro-Motor durch die Pampa. „Die Dinger wurden ja extra dafür gebaut“, meint der Modell-Schrauber breit grinsend. Das Drehmoment aus dem E-Antrieb steht sofort voll zur Verfügung, da kommen die hochtourigen Gemischt-Schmierer-Aggregate der Konkurrenz einfach nicht mit.

Mit dem emissionsfreien Motor darf das ehemalige Bobby-Car sogar bei Hallenwettbewerben antreten, aber die großen Jungs hier haben sich fürs Gelände entschieden. Allerdings ist die Strecke mit Kunstrasen abgedeckt, sonst müsste sie nach jedem Renntag neu aufgebaut werden. Nur die Steilkurve mit dem „Anleger“ ist aus Sand, das grobe Profil wirbelt Fontänen auf.

Keine Kindergeschichten

Es sind Modelle, „aber das sind keine Kindergeschichten“, meint Tobias Westhoff, während er so nebenbei versucht, das Mittel-Differenzial seines Buggys wieder flott zu machen. Schon deshalb, weil die Modelle mal eben 700 Euro kosten. Gebraucht. Neu bis 4.000. „Dafür aber ein Kindheitstraum“, ist Tobias überzeugt.

Aber: „Die Szene ist mobil“, meinen die Cracks augenzwinkernd.

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