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Harpener Feld

Stadt Bochum will Erweiterung von Gewerbegebiet verhindern

Im Gewerbepark Harpener Feld am Castroper Hellweg wollen zwei Unternehmen ihre Verkaufsfläche vergrößern. Die Stadt will dies verhindern.

Foto: Joachim Hänisch

Grumme/Harpen.   Stadt bastelt an einem passenden Bebauungsplan, um Expansionen auf dem Harpener Feld zu verhindern. Veränderungssperre soll verlängert werden.

Das Gewerbegebiet Harpener Feld am Castroper Hellweg soll nicht erweitert werden. Die Stadt bastelt derzeit an einem entsprechend überarbeiteten Bebauungsplan (Nr. 336a), um Expansionen zu verhindern. Doch kommen die Planer dabei zeitlich gerade in die Bredouille. Denn eine Veränderungssperre, die der Rat im Dezember 2016 zur Sicherstellung der Planziele beschloss, läuft nun – nach zwei Jahren – aus. Und zwar am 10. Januar 2019.

Deshalb bat die Stadtverwaltung um grünes Licht in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Nord, um ein weiteres Mal eine Veränderungssperre zu nutzen – und bekam dieses auch. „Wir können laut Gesetzgeber zwei Verlängerungen von je einem Jahr in Anspruch nehmen“, erklärt Klaus Kleine vom Stadtplanungsamt, der eingesteht: „Wir wollten mit dem Bebauungsplan schon weiter sein, als wir sind“. Dieser sieht vor, eine Ausweitung der Verkaufsflächen für zentrenrelevante Sortimente zu unterbinden, entlang des Castroper Hellwegs das Ansiedeln von großflächigem Einzelhandel mit nicht-zentrenrelevanten Sortimenten zu ermöglichen und die übrigen Flächen ausschließlich für gewerbliche bzw. produzierende Betriebe zu sichern.

Weitere Discounter sollen verhindert werden

Die Situation im Harpener Feld sei komplex, sagt Klaus Kleine. Man wolle mit dem Bebauungsplan dort unbedingt weitere Discounter verhindern. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich ein eben solcher Lebensmitteldiscounter gerne mit einer Verkaufsfläche von 1424 Quadratmetern dort niederlassen möchte. Dies wurde von der Verwaltung abgelehnt. Allerdings wurde im Rahmen der Anhörung bereits vor der Ablehnung mit Verweis auf Rechtsfehler im bestehenden Bebauungsplan (Nr. 336c) eine Klage angekündigt, Da die Stadt befürchtet, ein Gerichtsverfahren zu verlieren, wodurch der Bebauungsplan unwirksam würde, wurde eine Veränderungssperre beschlossen, um in dieser Zeit den neuen Bebauungsplan zu erarbeiten.

Auch Anwohnerinteressen im Sinn

Verhindert werden soll damit auch der Expansionswunsch des Rewe-Kaufparks. Die heute schon 2900 Quadratmeter große Verkaufsfläche soll um 400 Quadratmeter für einen Getränkehandel vergrößert werden. Eine entsprechende Bauvoranfrage liegt der Stadt vor. Das Genehmigungsverfahren ruht allerdings zurzeit auf Antrag des Bauherrn.

Bei ihrem Bestreben, das Gewerbegebiet Harpener Feld nicht zu groß werden zu lassen, hat die Stadt auch den Schutz der Anwohner im Sinn. Etwa, was den Schallschutz angeht. Doch gerade handwerkliche Betriebe erzeugen eben Lärm. „Das macht die ganze Sache für uns komplizierter“, erklärt Klaus Kleine. „Wir müssen ja auch den berechtigten Eigentümerinteressen im Gewerbegebiet gerecht werden und deshalb einen Spagat schaffen: Auf der einen Seite die Richtwerte für Wohngebiete einhalten und auf der anderen Seite die Rechte der Betriebe nicht einschränken.“

Hauptausschuss und Rat beraten noch

Dies alles in dem Bebauungsplan zu berücksichtigen, dauere halt. „Wir brauchen eben noch Zeit – daher der Wunsch nach einer Verlängerung der Veränderungssperre.“

Bis Ende des Monats beraten noch der Haupt- und Finanzausschuss (22.) und der Rat (29.).

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