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Rosenberg initiativ

„Rosenberg initiativ“ steht vor einer ungewissen Zukunft

Mittendrin: Ulrike Gerhard beim Nachbarschaftsfest von „Rosenberg Initiativ“.

Foto: Dietmar Wäsche

Rosenberg.   Förderung von „Rosenberg initiativ“ läuft zum Jahresende aus. Das Team will weitermachen, denn der Bedarf ist da. Die Politik will unterstützen.

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Vor einer ungewissen Zukunft steht das Quartiersbüro „Rosenberg initiativ“. Dieses Quartiersmanagement wird gemeinsam von der Gewerkstatt gGmbH und der Wohnbund-Beratung NRW gestemmt und aus Mitteln des Landes und der Stadt finanziert. Die Förderung jedoch läuft zum Jahresende aus. Was danach passiert, ist völlig offen.

„Wir werden den Quartierstreff dann nicht Knall auf Fall schließen“, verspricht Ulrike Gerhardt von der Gewerkstatt. „Aber es ist unsicher, wie es weiterläuft.“ Hinsichtlich der Angebotsstruktur und der Öffnungszeiten. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen“, sagt Gerhard. Denn die Bedarfe – da ist sie sich nach zwei Jahren Arbeit in Rosenberg sicher – sind da. „Wir versuchen vorerst, das Projekt selbst weiter zu stemmen und schauen parallel, welche Fördertöpfe für uns in Frage kommen.“ Aber das dauere halt alles.

Auch in der Bezirksvertretung Nord wurde Ulrike Gerhard schon vorstellig, um über die Arbeit in den vergangenen zwei Jahren zu berichten und auf die Bedeutung von „Rosenberg initiativ“ hinzuweisen.

Neue Formate haben sich bewährt

Ausgangspunkt für den Projektstart war die Flüchtlingsunterkunft am Nordbad, die damals für 450 Flüchtlinge angedacht war und in der Nachbarschaft großen Unmut hervorrief. Die Initiative wurde in das Landes-Förderprogramm „Flüchtlinge in Kommunen“ aufgenommen und kümmerte sich fortan im Wesentlichen um ein friedliches, nachbarschaftliches Miteinander. „Wir wollten den Rosenberg wieder positiv besetzen, die soziale Infrastruktur im Viertel stärken und haben dafür alle lokalen Akteure an einen Tisch geholt“, blickt Ulrike Gerhard zurück. Das habe alles prima geklappt.

„Wir haben neue Formate wie 2017 das interkulturelle Bürgerfest entwickelt“, berichtet Ulrike Gerhard. Dort sei eine Wunschbox aufgestellt worden, deren Auswertung ergab, dass 95 Prozent der Rosenberger sich mehr Begegnung mit den Nachbarn wünschen. Auch deshalb wurde im Oktober letzten Jahres der Quartierstreff in der ehemaligen Gaststätte „Kastanie“ ins Leben gerufen. „Er hat sich als Treffpunkt bei den Bürgern etabliert“, freut sich Ulrike Gerhard. „Insgesamt entwickelt sich langsam einen Ehrenamts-Struktur“.

Umso wichtiger sei es, jetzt weiterzumachen. Das habe auch jüngst der Betreiberwechsel (von der Awo zu Plan B) in der Flüchtlingsunterkunft gezeigt. „Das sorgte im Viertel gleich für Unsicherheit und es fing wieder an zu brodeln“, berichtet Ulrike Gerhard. Also wurde ein Treffen mit den neuen Betreibern organisiert – und schon war wieder Ruhe im Quartier.

Aktuell leben 135 Flüchtlinge in der Unterkunft am Nordbad. Bis März läuft noch das Projekt „Scout“, mit dem „Rosenberg initiativ“ geflüchteten Kindern und Jugendlichen Orientierungshilfe in der Stadt bietet. Ulrike Gerhard: „Wir fahren mit ihnen Bus und Bahn, besuchen Jugendtreffs und bringen ihnen unsere Lebensgewohnheiten näher. Das lief letztes Jahr schon ziemlich gut.“ Generell gebe es in Rosenberg wenig Angebote für Jugendliche. „Da müssen wir den Hebel ansetzen.“ Auch die Ladenzeile müsse endlich aufgewertet werden. „Handlungsbedarf gibt es genug. Wie haben vieles angestoßen, aber noch nicht viel endgültig umgesetzt.“

SPD fordert weitere Förderung

Da kommt der Antrag der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Nord gerade recht: Darin wird die Verwaltung aufgefordert, das Quartiersmanagement Rosenberg weiterhin zu fördern.

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