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Vereinsleben

Riemker Kleingärtner verabschieden ihren Wirt „Schorsch“

Wirt Georgios Hatzipanagiota (2. v.l.) ist gerührt: Kassierer Helmut Davidheimann (l.), Vorsitzender Manfred Arnold (2. v.r.) und Olaf Sett, 2. Vorsitzender (r.) danken ihm für 21 Jahre Arbeit in der Vereinsgaststätte. Foto:Joachim Hänisch

Riemke.  Nach 21 Jahren gibt Pächter Georgios Hatzipanagiotou im Vereinsheim des KGV Riemke auf. Die Gaststätte „Zum Schrebergarten“ wird grundsaniert.

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21 Jahre lang hat Pächter Georgios Hatzipanagiotou, Spitzname Schorsch, die Gaststätte „Zum Schrebergarten“ im Vereinsheim des Kleingärtnervereins Bochum-Riemke (KGV) betrieben. Seit Silvester ist für ihn Schluss. Am 1. März ist dann die Neueröffnung des seit 96 Jahren bestehenden Lokals mit Pächterin Anastasia Karagiozidu geplant.

Der Verein verabschiedete deshalb jetzt seinen langjährigen Wirt bei einer Feier der Kleingärtner im Festsaal der Gaststätte. Mit dabei: eine Live-Band für den langen geselligen Abend. „Das machen wir jedes Jahr so“, erklärt Vorsitzender Manfred „Manni“ Arnold zufrieden. Dieses Mal jedoch mit etwas Wehmut. Die Gaststättenbesucher und langjährigen Kleingärtner Karl Borns, Peter Schmelzer und Thomas Düppen finden es schade, dass ihr Schorsch geht. „Der ist in Ordnung“, meinen sie. Das beginnt für Borns und Schmelzer schon beim Bochumer Bier im Ausschank. Die beiden sind wie Schorsch Fans des VfL Bochum. So ergibt sich beim Bier immer ein gutes Gesprächsthema.

Im Sommer komme „der halbe Stadtteil“ zur Gaststätte

Der Gastwirt hat bei Düppen noch einen weiteren Stein im Brett. Das gute Essen mit Bewirtung. „Wir haben hier schon die Goldhochzeit meiner Eltern Ruth und Johann Düppen gefeiert, die seit den 50ern einen Garten in der Anlage hatten. Das war toll“, erzählt der Elektrofachmann, der sich um Stromprobleme im Kleingarten kümmert. Gerne trifft sich Düppen auch mit Freunden in der Gaststätte.

„Vor allem bei guten Wetter an Sommerabenden. Dann kann man von hier aus so schön über den Stadtteil sehen“, erklärt er einfach. Allerdings ist er dann öfters in großer Gesellschaft. „Dann kommt der halbe Stadtteil hier hoch in unsere Gaststätte“, ergänzt Vorsitzender Arnold.

Gastwirt Schorsch geht mit gemischten Gefühlen. „Gerne hätte ich noch ein paar Jahre weitergemacht“, sagt der Pächter seit 1997. Allerdings sei das Geschäft deutlich zurückgegangen, seitdem in der Gaststätte nicht mehr geraucht werden darf. „Auch die Bewirtung bei Geburtstagsfeiern und anderen Festen läuft nicht mehr so. Heute kommen gerade acht bis zehn Leute zu einer Feier. Früher waren das häufig zwischen 30 und 50 Personen“, so der 62-Jährige. Für den Saal kein Problem. Schorsch: „Mit dem Euro wurden die Leute vorsichtiger beim Geld ausgeben.“

Mitglieder stimmen für Kult-Kneipe

Die Vergabe der Gaststätte an einen neuen Pächter beschloss die Mitgliederversammlung des KGV bereits im August 2018. „Wir haben damals darüber abgestimmt, ob es mit der Gaststätte in unserem Vereinsheim weitergehen soll. Dafür gab es ein eindeutiges Ja mit der einhelligen Ansage: Unsere Kneipe ist Kult in ganz Riemke“, erinnert sich der gebürtige Franke Arnold.

Mit dieser Entscheidung greifen die Mitglieder auch tief in die eigene Tasche. Die Versammlung beschloss daraufhin, eine Generalsanierung der Gaststätte für 90.000 Euro durchzuführen. Dabei werden der Gastraum und die gesamte Kücheneinrichtung grundsaniert und so manches andere erneuert. Das Geld wird per Umlage von allen 375 Kleingärtnern der Anlage erhoben. „Das wurde einstimmig angenommen“, berichtet der Vorsitzende.

Vorfreude auf das Einweihungsfest

Arnold legte zuvor einen Sanierungs- und Finanzierungsplan mit allen Fakten vor. Erkenntnis: Seit dem Wiederaufbau des Vereinsheimes nach dem Zweiten Weltkrieg gab es immer nur kleinere Renovierungen. Unter anderem war aber auch mal die Terrasse dran.

Wie groß ist die Vorfreude auf das runderneuerte Gebäude? „Mal sehen, wie es wird“, sagt Schmelzer, der hier seit 1956 ein- und ausgeht. Arnold freut sich jedenfalls aufs feierliche Einweihungsfest.

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