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Hiltroper Feld

Lokalpolitiker fordern Wohnbebauung nur nach Bedarf

Mit einem großen Banner kämpft die Interessengemeinschaft Hiltroper Feld gegen eine mögliche Bebauung ihrer Nachbarschaft.

Foto: Joachim Hänisch

Nord.   Bezirksvertretung Nord sieht das Hiltroper Feld vorerst nicht in Gefahr. Denn in Gerthe und Hiltrop wird ja vielleicht schon ausreichend gebaut.

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Die Interessengemeinschaft (IG) Hiltroper Feld lässt in ihrem Bestreben nicht locker, eine mögliche Wohnbebauung an der Schulte-Hiltrop-Straße zu verhindern. Im vom Rat beschlossenen Wohnbauflächenprogramm ist die 3,2 Hektar große Fläche als potenzielles Wohnbauland ausgewiesen. Immerhin: Die Bezirksvertretung Nord wissen die Anwohner auf ihrer Seite. Zumindest vorerst.

Erst die Entwässerungsproblematik in Hiltrop lösen

Denn ob dort, nördlich des Schmalen Hellweges, tatsächlich Häuser gebaut werden, steht noch in den Sternen. Nach kontroverser Diskussion in Anwesenheit der IG Hiltroper Feld setzt die SPD am Donnerstagnachmittag mehrheitlich ihre Anregungen durch, denen zufolge eine Bebauung des Hiltroper Feldes erst dann in Frage kommt, wenn die Entwässerungsproblematik in Hiltrop gelöst ist. Hier kommt es bekanntlich bei Starkregen immer wieder zu Überschwemmungen.

Und ehe an der Schulte-Hiltrop-Straße ein erster Bagger rollt, soll auch zunächst abgewartet werden, ob der Bedarf an Wohnungen durch das Neubaugebiet „Gerthe-West“ nicht ohnehin schon gedeckt ist. Dort, wo bis vor ein paar Jahren noch eine Umgehungsstraße vorgesehen war, sollen laut Stadt ja rund 800 neue Wohnungen entstehen.

Dass sich die Stadt in einer Stellungnahme an den Regionalverband Ruhr dafür einsetzt, den südlichen Teil des Schmalen Hellwegs im Regionalplan als Freifläche zu deklarieren, wird sowohl von der Bezirksvertretung als auch von der IG Hiltroper Feld begrüßt. Der Regionalplan legt fest, welche Flächen wie bebaut werden können. Die finale Entscheidung treffen die Kommunen jedoch selbst.

Zentraldeponie wird als stillgelegt ausgewiesen

Allerdings fragen sich die Anwohner, warum nicht auch das Feld in ihrer Nachbarschaft als schützenswerter Freiraum gilt. Die Antwort liefert Stadtplaner Uwe Langer in der Bezirksvertretung: „Weil dieses Areal näher an der bestehenden Siedlung liegt und sich daher eher zur Bebauung eignet.“ Und mit dem südlichen Bereich könne ein größerer zusammenhängender Freiraum erhalten werden.

Lobenswert findet die SPD im Bezirk, dass die Zentraldeponie Kornharpen in der städtischen Stellungnahme zum Regionalplan als stillgelegt ausgewiesen ist. „Das war uns wichtig zu erreichen“, sagt der Fraktions-Vorsitzende Philipp Welsch. An Stelle einer Deponie regt die SPD ein „intelligentes Bodenmanagement“ an. Heißt: Bodenaushub von Baustellen wird zwischengelagert und später da, wo er benötigt wird, wieder eingesetzt. Welsch: „Dadurch entfallen Kosten für die Entsorgung und den Zukauf von Mutterboden.“

Mit ihrer Mehrheit im Bezirk drückt die SPD auch ihre weiteren Anregungen durch, das Terrain am Grünen Weg als Freiraum zu sichern und das im Regionalplan als Gewerbegebiet vorgesehene Feld an der Josef-Baumann-Straße unbebaut zu lassen – so wie in der Stellungnahme auch vorgesehen.

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