DLRG-Rettungspokal

Grundschulkinder aus Bochum messen sich beim Schwimmturnier

Hinein ins Wasser: Auch die Kinder der Wilbergschule aus Riemke (Bildmitte) nahmen am Rettungspokal der DLRG teil.

Hinein ins Wasser: Auch die Kinder der Wilbergschule aus Riemke (Bildmitte) nahmen am Rettungspokal der DLRG teil.

Foto: Gero Helm

Mitte/Grumme.   Im 35. DLRG-Rettungspokal treten zwölf Grundschulen gegeneinander an. Schüler wissen: Schwimmspaß und eigene Sicherheit liegen nah beieinander.

Erschöpft klettert Robin von der katholischen Weilenbrinkschule aus dem Schwimmbecken und schiebt sich die Taucherbrille aus dem Gesicht. „Ganz schön anstrengend“, findet der Grundschüler, aber: „Das Hindernisschwimmen macht richtig Spaß.“

Noch mit Badekappe auf dem Kopf geht es zur Stärkung ans Buffet. „Wir haben jeden Montag für das Turnier geübt, ich war echt aufgeregt“, sagt Mitschüler Otto. Im Team treten die Jungs gegen 13 weitere Mannschaften von insgesamt zwölf Bochumer Grundschulen im DLRG-Rettungspokal an.

Besondere Disziplinen

„Es ist cool, wie viele Kinder dabei sind“, findet Dimitrios von der Grummer Liboriusschule und guckt sich in der rappelvollen Halle um: Dicht gedrängt stehen dutzende Schüler am Beckenrand und feuern ihr Team beim Rückenschwimmen an. „Schwimmen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch wichtig für die Sicherheit“, weiß der Neunjährige.

Torsten Kelle, Bezirksvorsitzender der DLRG, begleitet den Rettungspokal seit vielen Jahren. „Heute nehmen natürlich Schulen teil, die sich mit dem Thema Schwimmen beschäftigen, aber insgesamt ist die Schwimmfähigkeit der Schüler rückläufig“, sagt er.

Kelle schätzt, dass am Ende der Grundschulzeit 60 Prozent der Kinder nicht sicher schwimmen können. „Vor vier Jahren haben sich noch 22 Mannschaften angemeldet, diesmal sind es nur noch 14“, äußert er sich bedrückt. Das liege unter anderem an weiteren geschlossenen Lehrschwimmbecken. Aktuell will die Stadt fünf davon aufgeben, weil, so die Begründung, eine Sanierung nicht mehr lohne.

Hoffen auf Freibadwetter

Carlotta und Vincent bereiten sich derweil auf das „Abschleppen“, eine der fünf Disziplinen, vor. „Es gibt außerdem noch Hindernis-, Rücken-, Dauer- und T-Shirt-Schwimmen“, erklärt Carlotta. Ums Gewinnen gehe es ihr nicht. „Es ist toll, dass wir im Team antreten, die Disziplinen sind etwas besonderes“, findet sie. Dann ertönt auch schon der Startpfiff und eine Gruppe Kinder springt ins Wasser. „Mina! Mina! Mina!“, ertönt es beim Nachbarteam. „Ich feuere meine Freundin an“, sagt Mia von der Grundschule Linden. Die Köpfe der Schwimmer im Wasser tauchen auf und ab.

„Schneller!“, tönt es noch einmal, dann erreichen die ersten Teams das Ziel. „Ich freue mich aufs T-Shirt-Schwimmen, am besten bin ich im Brustschwimmen“, sagt Julie von der Gräfin-Imma-Schule. Charlotte ergänzt: „Hier macht Schwimmen total viel Spaß und wenn jemand auf einem See ins Eis einbricht, kann man damit sogar Leben retten.“ Jetzt wünschen sich die Schüler nur noch eins: endlich Freibadwetter.

>>> INFO: 404 Menschen ertranken 2017 in Deutschland


Der Sieger des DLRG-Rettungspokals qualifiziert sich für die Westfalen Young-Stars der Bezirksregierung Arnsberg, welche am 4. Juli in Dortmund ausgetragen werden.

Mindestens 404 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland ertrunken – wohl aufgrund des regnerischen und kalten Sommers waren das weniger als 2016.

Negativ ist die Entwicklung allerdings im Hinblick auf sehr junge Menschen: Fünf Kinder im Grundschul- und neun im Vorschulalter kamen 2017 im Wasser ums Leben.

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