Konfirmation

Gerther Konfirmation steht ganz im Zeichen des Abschieds

Seine letzte Konfirmation: Pfarrer Johannes Romann zieht mit den Konfirmanden in die voll besetzte Christuskirche ein. Nach 38 Dienstjahren ist für ihn im Oktober Schluss.

Seine letzte Konfirmation: Pfarrer Johannes Romann zieht mit den Konfirmanden in die voll besetzte Christuskirche ein. Nach 38 Dienstjahren ist für ihn im Oktober Schluss.

Foto: Jürgen Theobald

Gerthe.   „Schicht am Schacht“ lautet das Motto der letzten Konfirmation von Pfarrer Johannes Romann in Bochum-Gerthe. Er befindet sich auf Abschiedstour.

Die evangelische Ortsgemeinde steht für eine doppelte Tradition im Stadtteil: den Glauben und den Bergbau. Das zeigte die letzte Konfirmation von Pfarrer Johannes Romann, die unter dem Motto „Schicht am Schacht....“ stattfand. Romann (65) befindet sich sozusagen auf Abschiedstour – er geht zum 1. Oktober 2019 in den Ruhestand und hat dann „Schicht“. Die 36 Konfirmanden hatten schon jetzt Schicht, denn mit der Einsegnung endete ihr kirchlicher Unterricht.

Der Bergmannskameradschaftsverein „Glückauf Gerthe 1891“ (BKV) wirkte als Bezug zur Bergbautradition der Region und der Gemeinde im Gottesdienst mit. BKV-Vorsitzender Hans Mohlek und acht seiner Bergkameraden geleiteten im Kittel und mit Geleucht die Jugendlichen in die Christuskirche – und am Ende auch wieder hinaus. Dort sangen sie unter der Lutherlinde gemeinsam mit den Konfirmanden und den gut 600 Gottesdienstbesuchern das Steigerlied. Die Jugendlichen lernten dafür alle sieben Strophen auswendig.

Weitere Bezüge zum Bergbau gab es im Gottesdienst. So betonte Johannes Romann bei der Begrüßung zur inzwischen zweiten gemeinsamen Konfirmation (erste 2018) mit den Knappen: „Diese Kirche und diese Gemeinde hätte es ohne den deutschen Steinkohlebergbau nicht gegeben.“ Für den Pfarrer war deshalb klar: „Wir (die Gemeinde) bleiben auch nach dem Ende des Ruhrbergbaus im vergangenen Jahr dem Bergbau und seinen Traditionen vor Ort sehr verbunden.“

Im Gottesdienst gab es auch andere Töne. So rief Presbyterin Helga Berghoff in ihrer Rede von der Gemeinde den Konfirmanden zu: „Ihr seid dreifach die ersten in unserer neuen Gemeinde.“ Zum einen der erste Jahrgang nach dem Ende des Ruhrbergbaus. Gemeindeintern gab es laut Berghoff zwei weitere „erste Plätze“: „Ein Teil von Euch hatte nur ein Jahr kirchlichen Unterricht durch die Neuformierung der Gemeindearbeit nach dem Zusammenschluss mit der Gemeinde Hiltrop“. Dies bedeute wiederum: Die ersten Konfirmanden in den Kirchenbüchern der seit 1. Januar 2019 bestehenden Ev. Kirchengemeinde „Bochum-Nord“.

In seiner Predigt nahm Pfarrer Johannes Romann Abschied von seinen „letzten“ Konfirmanden nach rund 38 Dienstjahren in der Gemeinde. Er brachte dafür symbolisch seine Koffer mit den Unterlagen für den kirchlichen Unterricht mit. Roman forderte den Nachwuchs dazu auf, zum evangelischen Glauben auch in Zukunft zu stehen – ebenso wie zur europäischen Einheit. Letztere habe Europa viele Jahrzehnte Frieden und vor allem auch Freizügigkeit gebracht. „Als Zeichen für diese Verbundenheit hisst unsere Gemeinde deshalb seit Jahren die Kirchenfahne mit der Europaflagge.“

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