Flüchtlingsbüro

Flüchtlingsbüro hilft bei Integration und Kommunikation

Zvjezdana Zaric, Mürvet Alkac und Michael Mijal eröffneten das Flüchtlingsbüro im Bochumer Norden.

Zvjezdana Zaric, Mürvet Alkac und Michael Mijal eröffneten das Flüchtlingsbüro im Bochumer Norden.

Foto: Sabrina Didschuneit

Gerthe.   Das vierte Flüchtlingsbüro in Bochum ist eröffnet. Nicht nur Geflüchtete, auch Bürger und Akteure sind im Stadtteilbüro im Norden willkommen.

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Viel ist schon geschafft: Statt der notdürftigen Unterbringung in Turnhallen leben geflüchtete Menschen nun häufig in eigenen Zimmern und besuchen Sprachkurse. Bei Zuzügen handle es sich fast ausschließlich um Familienmitglieder. Von heute auf morgen gelingen Integration und Zusammenleben jedoch nicht.

Viertes Flüchtlingsbüro in Bochum

Mit dem Flüchtlingsbüro Nord eröffnet mittlerweile die vierte von fünf geplanten städtischen Anlaufstellen. „Die Büros sollen als Lotsen dienen“, sagt Dezernentin Britta Anger. Jetzt zeigten sich schließlich neue Schwierigkeiten für Menschen, die in Bochum Fuß fassen möchten: Wie ziehe ich um? Wie melde ich mein Kind im Kindergarten an? Und wie funktioniert eigentlich das Müllsystem?

In den offenen Räumen des Büros liegen viele Flyer aus, die über Berufsperspektiven oder zum Beispiel das Radfahren in Deutschland informieren. An den Wänden hängen verschiedene Plakate, die etwa eine Sicherheits-App für weibliche Geflüchtete vorstellen. „Wir möchten möglichst viele Chancen eröffnen.“

Damit das gut funktioniert, ist den Mitarbeitenden die Zusammenarbeit mit den weiteren Stadtteilakteuren besonders wichtig. Dazu gehören unter anderem das Seniorenbüro oder das Jugendfreizeitzentrum. „Wir möchten die bestehenden Strukturen ergänzen“, sagt Michael Mijal. Zusammen mit Zvjezdana Zaric und Mürvet Alkac arbeitet er hauptamtlich im Flüchtlingsbüro Nord. Bezirksbürgermeister Henry Donner kennt sich gut aus mit möglichen Problemen, die auf Flüchtlinge zukommen: „Seit meinem Amtsantritt 2014 beschäftige ich mich damit. Wichtig ist, dass Hilfe immer auf Gegenseitigkeit beruht“, sagt er.

Neue Fragen unter Geflüchteten

Seit einigen Jahren gehört Traugott-Heinrich Osthus zu den helfenden Händen im Stadtteil. Er ist ehrenamtlicher Mitarbeiter im Sprachcafé und hat das Gefühl, dass das Angebot des Flüchtlingsbüros einen Nerv trifft. „Die Situation ist zwar entspannter geworden, doch nun tauchen neue Fragen auf“, sagt er aus seiner Erfahrung mit geflüchteten Menschen. Neben praktischen Angelegenheiten wie Wohnungssuche oder Arbeit seien insbesondere die Bekanntschaft mit Einheimischen und der Erhalt von Sprachnachweisen ein großes Anliegen unter den Teilnehmern. „Wir erleben unglaublich viel Engagement im Sprachcafé“, sagt er.

Das Flüchtlingsbüro ist übrigens nicht ausschließlich als Anlaufstelle für geflüchtete Menschen gedacht. „Wir sehen uns auch als Vermittler oder Schlichter, zum Beispiel unter Nachbarn“, sagt Mürvet Alkac. So gehöre auch die Vermittlung verschiedener Kulturen zum Aufgabenbereich. „Mittelfristig ist unser Anliegen, in der Integration mitzuwirken und Schnittstellenarbeit zu leisten.“

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