Theater

Flüchtlinge und Bürger begegnen sich in der Christuskirche

Flüchtlinge zeigen in der Christuskirche das Theaterstück „Alles im Wunderland“. Der Initiativkreis Flüchtlingsarbeit hat zu einem Abend der Begegnung eingeladen.

Flüchtlinge zeigen in der Christuskirche das Theaterstück „Alles im Wunderland“. Der Initiativkreis Flüchtlingsarbeit hat zu einem Abend der Begegnung eingeladen.

Foto: Ingo Otto

Mitte.   United Voices und Initiativkreis Flüchtlingsarbeit organisieren Begegnungstreffen für Bürger und Geflüchtete. Theaterstück ist Höhepunkt.

„Das Unmögliche zu schaffen, gelingt nur, wenn man es für möglich befindet“, lautet ein Zitat aus dem weltbekannten Kinderbuch „Alice im Wunderland“. Zwar trifft Adna Ghaith weder weißes Kaninchen noch Grinsekatze, diese Einstellung teilt er aber mit Alice. „Wir müssen uns beide in einer neuen Welt zurecht finden“, meint der junge Syrer.

Thorsten Brunow hat mit 20 Geflüchteten aus dieser Gemeinsamkeit das Theaterstück „Alles im Wunderland“ gemacht. „Wir haben neun Monate an der Schnittstelle von Theater und Sprache gearbeitet“, so der Regisseur. Es gehe um das Entdecken und Finden von Identität und Träumen.

Persönliche Erfahrungen eingebracht

„Das Theaterstück besteht aus unseren persönlichen Erfahrungen“, erklärt Ghaith. „Wir treffen zum Beispiel auf eine Person namens Generalverdacht“. Vor der Aufführung in der Christuskirche ist er ziemlich nervös: „Ich mache zum ersten Mal Theater“, sagt der 26-Jährige, der Seite an Seite mit Menschen aus Eritrea, Ghana und Tunesien spielt. „Es ist interessanter, Erfahrungen von Flüchtlingen selbst zu hören, als in den Nachrichten etwas über sie“, findet Johannes Steinhauer, der zum Begegnungstreffen zwischen Bürgern und Flüchtlingen gekommen ist. Er betont immer wieder, dass der Dialog mit den Betroffenen entscheidend sei.

Den Geflüchteten eine Stimme geben – darum geht es vielen Akteuren am diesem Abend in der Christuskirche. Während Carla Scheytt vom Treffpunkt Asyl eine Rede über die Asylrechtsverschärfungen hält, vertreibt Bettina Schmidt das Magazin „here“. „Wir machen eine Zeitschrift gemeinsam mit Flüchtlingen“, erklärt Schmidt. Die Redakteure erzählten von ihren Fluchterfahrungen, aber auch davon, was sie hier in Bochum bewege. So lautet eine Überschrift etwa: „Mahir liebt den VfL und das Bermuda Dreieck.“

Kirchenbänke sind gut gefüllt

Initiator Bernd Vössing freut sich über die gefüllten Kirchenbänke: „Respekt schafft man nur mit Begegnungen“, ist er sich sicher. Er erwartet nicht, dass alle Besucher nach der Veranstaltung sofort aktiv werden, aber: „Wir wollen mit Wissen die Haltung verändern.“ Musikalisch begleitet wird der Abend vom United Voices Chor und der Weltmusikgruppe Yakamos. Auf Liedzetteln sind spanische Lieder ebenso zu finden wie „An die Freude“ von Friedrich Schiller. Tarek, der im Chor singt, sagt: „Die verschiedenen Sprachen lassen die Musik viel bunter klingen“. Und eine bunte Welt sei schön.

Zahlreiche Akteure als der Flüchtlingsarbeit

Der Begegnungsabend wurde von Akteuren der Flüchtlingsarbeit organisiert, darunter Treffpunkt Asyl, Initiativkreis Flüchtlingsarbeit, United Voices Chor, Refugee Strike Bochum und der Musikgruppe Yakamos.
as Theaterstück „Alles im Wunderland“ entstand in Zusammenarbeit des Jobcenters Gelsenkirchen und Defacto Bochum.
Theaterstück, Wortbeiträge und musikalische Darbietungen wollen die Situation der Geflüchteten näherbringen und Menschen in Kontakt bringen.

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