Frauenhilfe

Evangelische Frauenhilfe Bochum-Gerthe wird 110 Jahre alt

110 Jahre Frauenhilfe Gerthe. Zum Jubiläum erhielt jede Frau ein Lebkuchenherz.

Foto: Wicho Herrmann

110 Jahre Frauenhilfe Gerthe. Zum Jubiläum erhielt jede Frau ein Lebkuchenherz. Foto: Wicho Herrmann

Bochum-Gerthe.   Die Organisation der evangelischen Kirchengemeinde wurde gegründet, um Armen zu helfen. Helga Krüger gehört seit 67 Jahren dazu.

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Für alle Mitstreiterinnen ist ihre Frauenhilfe eine Herzenssache. Das versicherte auch Vorsitzende Helga Berghoff, als die Gemeindegruppe nun ihren 110. Geburtstag feierte. Alle Mitglieder erhielten ein Lebkuchenherz mit dem Schriftzug „Frauenhilfe“.

Das Jubiläumsfest begann mit einem Gottesdienst, dann gab’s eine Kaffeetafel mit Buttercremetorte in der Kirche. Ein Konzert der Ruhrkadetten Bochum setzte den Abschluss für die gut 100 Gäste.

Berghoff ehrte auch langjährige Aktive des Gemeindekreises. Besonders galt das für Helene Krüger (89), genannt „Lenchen“. Seit 67 Jahren ist sie in der Frauenhilfe. Seit 1950 engagierte sie sich im Bezirk, besuchte Kranke, und kassierte Mitgliedsbeiträge. „Du bist damit vermutlich die älteste Bezirksfrau in Westfalen“, freute sich Berghoff, als sie ihr einen Blumenstrauß überreichte.

Grußwort von Pfarrer Johannes Romann

Grußworte gab es von Pfarrer Johannes Romann von der evangelischen Kirchengemeinde Gerthe und vom Stadtverband der Frauenhilfe. Er betonte: „Ihr seid heute wie damals eine feste Größe in der Gemeinde und unverzichtbar für sie.“ Letzteres bezog er auf die Diakoniearbeit, die tatkräftige Unterstützung der Gemeindefeste bis hin als Ort des Glaubens. Denn eine Andacht gehört zu jedem Treffen.

Edelgard Wassermann vom Stadtverband berichtete: „Vor 110 Jahren versammelten sich die Frauen, um etwas zu bewegen. Ihre Themen waren damals die wachsende Armut, sowie bedürftige Alte, mangelnde Teilhabe an Bildung, aber auch Flüchtlingsarbeit.“ Themen, die heute noch genauso aktuell sind.

Bildungsarbeit steht im Vordergrund

Frauenhilfe-Vorsitzende Helga Berghoff wies auf diese Entwicklung hin: „Historisch hatten wir eine diakonische Aufgabe in der Gemeinde und im Stadtteil. Heute steht die Bildungsarbeit im Vordergrund“, erklärte sie.

Was schätzen die Mitglieder an ihrer Frauenhilfe? „Ich genieße unsere gemütlichen Treffs“, erklärt Elfriede Opiola. „Wir kommen jede Woche zusammen.“ Renate Simon schätzt die Angebote: „Wir beten und singen; unsere Vorsitzende bietet zudem interessante Themen“, erzählt sie. Etwa das Vorstellen von sozialen Projekten in der Stadt wie Bodo, das Singen mit Presbyter Jochen Girulat oder der „Tag des Pittermessers“, an dem Heringstipp und Pellkartoffeln zubereitet werden. Die Ausflüge aber gehören zu den jährlichen Höhepunkten für die Frauen.

>>> INFO: Frauen in Notlagen unterstützen

Die Evangelische Frauenhilfe der Kirchengemeinde Gerthe gründete sich am 31. Oktober 1907. Diakonische Aufgaben in der Gemeinde waren über viele Jahrzehnte das Arbeitsfeld der gut 200 Mitglieder. Dazu gehörte das Unterstützen von F rauen in Notlagen sowie das Betreiben einer „Kleinkindschule“ für den Nachwuchs der Bergarbeiter der Zeche Lothringen.

Heute trifft sie sich mittwochs in der Christuskirche, Lothringer Straße 29. Besucherinnen sind willkommen. Kontakt Gemeindebüro: 0234/ 85 05 11.

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