Pfarreientwicklung

Die Kirche soll in der Pfarrei Liebfrauen im Dorf bleiben

Pater David Ringel bei seiner Amtseinführung im Oktober 2016 in Altenbochum.

Pater David Ringel bei seiner Amtseinführung im Oktober 2016 in Altenbochum.

Foto: Olaf Ziegler

Ost/Nord.   Die Nähe zu den Menschen vor Ort ist Pater David im Pfarreientwicklungskonzept am wichtigsten. Dafür ist er bereit, völlig neue Wege zu gehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Lass mal die Kirche im Dorf. Wie oft und schnell ist dieser Satz im Alltag so dahin gesagt. Für Pater David Ringel ist er derzeit von fundamentaler Bedeutung. Denn er drückt eine zentrale Forderung für die Zukunft der Pfarrei Liebfrauen aus: „Wir müssen als Kirche vor Ort präsent bleiben. Ich möchte, dass wir dort sind, wo sich die Menschen treffen.“ Eben dort, im Dorf. Wo die Kirche hingehöre.

Die Nähe zu den Menschen spielt daher auch eine große Rolle beim Pfarreientwicklungsprozess, für den Pater David und die sieben der Pfarrei zugehörigen Gemeinden derzeit ein Konzept entwickeln. Ende des Jahres muss es fertig sein, um Bischof Overbeck vorgelegt werden zu können.

Ja, darin geht es auch ums Sparen. „Und wir werden uns auch von Gebäuden trennen müssen“, sagt Pater David, ohne konkreter werden zu können. „Wir stecken da mitten in den Gesprächen.“ Für ihn hängt Seelsorge aber ohnehin nicht von irgendeinem Gemeindehaus ab. „Es geht um die Menschen.“ Und die könne man auch anderswo erreichen.

Dafür will Pater David auch gerne völlig neue Wege einschlagen. „Warum feiern wir die Messe nicht im Wohnzimmer eines Gemeindemitglieds? Oder im Kindergarten“, fragt er. Das wäre in jeder Gemeinde möglich. Am dringendsten nötig allerdings in Laer, wo man inzwischen weder mit Kirche noch mit einem Gemeindehaus vertreten ist.

Fehler von Laer nicht wiederholen

„Den Fehler, der uns in Laer unterlaufen ist, dürfen wir nicht noch einmal begehen“, sagt Pater David und bezieht bei dieser Selbstkritik auch die evangelische Gemeinde mit ein. Hintergrund: Die katholische Fronleichnamkirche wurde 2008 entwidmet, die evangelische 2015 abgerissen. „Das hätte man auch anders lösen und vielleicht an eine gemeinsame Kirche denken können“, findet Pater David.

Nun gelte es, mit der Situation zu leben und auf den beginnenden Stadtumbau zu hoffen. Darin sind sowohl das evangelische Gemeindehaus als auch die Fronleichnamkirche, in die die Caritas einziehen will, als soziales Zentrum angedacht. „Dort könnte man ein Plätzchen für Gottesdienste finden“, sagt Pater David. „Aber wir können uns auch das neue Kirchen-Mobil schnappen und auf dem Lahariplatz Messe feiern.

„Das ganz Große ist nicht die Lösung“

Wichtig ist Pater David eben, als Kirche vor Ort eine Anlaufstelle zu bieten. Er hat nichts gegen den Pfarrei-Gedanken, „aber die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass das ganz Große nicht die Lösung ist, sondern Seelsorge im Kleinen stattfinden muss“. Wie viele Seelsorger dafür künftig Sorge tragen, lässt Pater David offen: „Personell sind wir gut aufgestellt. Doch das kann sich schnell ändern. Also werden wir das Konzept so erarbeiten, dass wir auch mit weniger Seelsorgern arbeiten können. Da werden wir dann auch über die Zahl der Messen nachdenken müssen.“

Ab Januar wird erstmal durchgeatmet

In den nächsten Wochen wird nun weiter unter Hochdruck am Pfarreientwicklungskonzept gebastelt. „Im Herbst geht es dann ans Eingemachte, dann wird die endgültige Fassung vorbereitet und der Pfarrei am 9. Dezember zur Endabstimmung vorgelegt, um sie danach dem Bischof zu schicken“, erklärt Pater David das weitere Prozedere. „Und danach wird erstmal durchatmet und Ruhe einkehren. Aber keine faule Ruhe. Wir müssen ja das Konzept auch umsetzen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben