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Reviergeschichte

Brache der Zeche Constantin wird aufwändig saniert

Die Zentralförderanlage von Constantin 6/7 um 1967, kurz vor Ende des Betriebes. Foto:Stadtarchiv

bochum-Grumme.   Die Restfläche der alten Kokerei von Constantin 6/7 wird zur Baustelle. Brunnen an den Grummer Teichen fangen das Wasser zur Aufbereitung auf.

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Fast drei Millionen Tonnen Steinkohle betrug die Höchstfördermenge der Zeche Constantin, die mit ihren verzweigten Anlagen das Areal zwischen dem Bochumer Norden und Herne ziemlich genau 110 Jahre bis zur letzten Schicht 1967 mit prägte. Nun starten Anfang 2019 die Sanierungsarbeiten auf den restlichen Teilflächen der ehemaligen Zeche und Kokerei Constantin 6/7 zwischen der Hiltroper Straße und dem Weg am Kötterberg.

Förderanlage stand ab 1966 still

Die Chroniken belegen, dass ab 1966 die Förderanlage 6/7 stillstand. Die Kohle wurde noch unter Tage Richtung Hordel zur Zeche Hannover transportiert. Vor allem der Betrieb der Kokerei hat hier noch bis zum Betriebsende am 11. Februar 1967 Spuren im Untergrund hinterlassen. Denn Handhabungsverluste, Leckagen in Leitungen und Tanks und Schäden aus den Kriegen an den Anlagen waren Ursachen dafür, dass Schadstoffe austreten und versickern konnten.

Teilweise wird ausgekoffert

Nach einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren erhielt die Bietergemeinschaft aus Vestischer Straßen- und Tiefbau und IMA- Umwelttechnik den Auftrag, Boden- und Grundwassersanierungsmaßnahmen auf einer etwa 11.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen dem „Weg am Kötterberg“ und der Hiltroper Straße durchzuführen. Auftraggeber ist die NRW-Urban GmbH, die im Treuhandauftrag des Landes NRW tätig ist.

Wald soll sich neu entwickeln

In dem wohl am stärksten verunreinigten Bereich wird der mit Teeröl belastete Boden bis etwa drei Meter tief ausgekoffert und entsorgt. Weniger stark belasteter Aushub soll zur Modellierung des Geländes wieder eingebaut und mit einer Schicht aus Bentonit gesichert werden. Darüber ist unbelasteter Boden vorgesehen. Nach dem Abschluss der Bodensanierung soll auf der Fläche wieder eine Waldentwicklung auf natürlichem Wege zugelassen werden. Das ist mit dem Regionalforstamt Ruhrgebiet abgestimmt und wird von der unteren Naturschutzbehörde der Stadt als geeignet betrachtet, dass sich Wald auf natürlichem Wege entwickeln kann.

Damit gesichert ist, dass keine Schadstoffe vom Regen- und anschließend vom Grundwasser ausgespült werden können, wird am Süd- und Südwestrand des Geländes eine Brunnengalerie gebaut. Das Grundwasser wird über eine permanente Grundwasserreinigungsanlage mit Aktivkohlefiltern gereinigt und anschließend in die öffentliche Kanalisation eingeleitet.

Bauzeit etwa ein Jahr

In der Fließrichtung soll zum Schutz der Grummer Teiche vor Schadstoffen eine Grundwasserdrainage gebaut werden. Hierzu wird parallel des Fußweges am Nordufer des Kaiserauenteiches auf gut 45 Metern Länge und einer Tiefe von maximal vier Metern das kontaminierte Grundwasser gesammelt und in eine Sanierungsanlage geleitet. Nach der Reinigung fließt es dann in den Grummer Bach.

Die Bauzeit wird auf gut ein Jahr geschätzt. Die Grundwassersanierung wird sogar mehrere Jahre laufen. Die untere Bodenschutzbehörde im Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Bochum begleitet die Arbeiten auf der Grundlage des für verbindlich erklärten Sanierungsplans nach der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung.

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