Stadtentwicklung

Bochums erstes Stadtumbau-Projekt hat allein laufen gelernt

Der Chor „United Voices“ bildete vielstimmig den bunten Rahmen für die festliche Gala im Stadtteilzentrum Q1 zum Abschluss des Stadtumbaus in Bochum-Stahlhausen, -Goldhamme und im -Griesenbruch.

Der Chor „United Voices“ bildete vielstimmig den bunten Rahmen für die festliche Gala im Stadtteilzentrum Q1 zum Abschluss des Stadtumbaus in Bochum-Stahlhausen, -Goldhamme und im -Griesenbruch.

Foto: Uli Kolmann / WAZ

Bochum-Stahlhausen.  Mit einer Gala im Q 1 feiert das Westend den Abschluss des Stadtumbauprojekts. Mittel zur Verstetigung sind im Bochumer Haushalt eingeplant.

Ein Abschied und ein neuer Anfang nach zwölf Jahren Quartiersarbeit im besten Sinne bot reichlich Anlass für eine Gala im Stadtteilzentrum Q 1 an der Halbachstraße. Schon der Ort sprach für sich, denn als vor zwölf Jahren der Stadtumbau im Bochumer Westend für Stahlhausen, Griesenbruch und Goldhamme startete, war das noch die Friedenskirche.

Es hat sich so viel getan seitdem, dass der Zeitstrahl auf den Stellwänden bestenfalls grob die Höhepunkte zusammenfassen konnte. Schulterklopfen, Dank, Optimismus, Zufriedenheit, all das kam zusammen, als hier der Abschluss des ersten Projekts im Rahmen des ISEK, des Integrierten Stadtentwicklungs-Konzepts, begangen wurde.

Dass es hier weitergehen wird, nachdem die drei Ortsteile als Quartier den Staub der Geschichte abgeschüttelt haben und sich multikulturell, offen und vor allem engagiert präsentieren, schlägt sich nicht allein förmlich nieder.

Viele bauliche Veränderungen

So konnten Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork (beide SPD) versichern, dass im Haushalt der Stadt für 2020/2021 Mittel zur Verstetigung eingestellt worden sind, um „personelle Ressourcen für die Koordinierung von Stadtteilprozessen zu schaffen“. Die Beispiele, was seit dem Start 2007 sichtbar verändert und geschaffen wurde, sind allerdings auch deutlich fassbar.

Feste und Fassaden

Neben dem Q 1 ist ein weiterer Stadtteiltreff mit der Alten Post an der Ecke Kohlenstraße entstanden, der Springerplatz wurde neu gestaltet, der Bunker auf private Initiative grundlegend umgestaltet, mit dem „Max & Klara-Drachenland“, dem „Diekamp-Dschungel“ und dem „Sparki-Spielplatz“ entstanden attraktive Bereiche für Kinder. Die Feste auf dem Springerplatz und am Bunker Wendenplatz haben sich etabliert, rund 200 Fassaden konnten im ganzen Westend modernisiert werden.

Die augenfälligsten Zeichen sind wohl die Umgestaltung der Normannen- und der Goldhammer Straße, etwa über die neuen Baumscheiben, es fehlt noch die Vereinsstraße, an der Unteren Stahlindustrie entsteht ein neuer Grünzug mit dem Radschnellweg Ruhr RS 1. In diesem Zusammenhang wird dann das

Stadtteilzentrum Q1 sogar zur „Radweg-Kirche“.

Mit elf Quartieren in NRW an der Spitze

OB Eiskirch hatte in seiner ausführlichen Laudatio auf das Quartier und die engagierten Menschen unterstrichen, das Kürzel ISEK „kennt seit dem Start im Westend wohl inzwischen jeder.“ Von sieben Projektgebieten seien nun zwei abgearbeitet, zwei in den Startlöchern, „und mit elf Quartieren sind wir in NRW wirklich spitze.“

Fester Begriff und Paradebeispiel

Vor allem sei dadurch auch „Westend“ zum festen Begriff geworden, und „hier ist Gemeinschaft entstanden, das Viertel hat Charakter, ist ein Paradebeispiel für den Stadtumbau“.

Der zeige sich nicht nur in den Gebäuden, das sei auch in den Köpfen passiert, habe das Lebensgefühl verändert. „Heute sagen die Menschen: ,Das ist meins’. Sie haben es mit entwickelt, verteidigen es gegen Kritik, achten darauf.“

Und Eiskirch schloss: „Deshalb mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft des Westends. Bleiben Sie am Ball, das Westend ist es wert!“ Bezirksbürgermeisterin Spork fasste ihren Optimismus und ihren Dank zusammen: „Bleibt, wie Ihr seid, Ihr seid echt, herzlich, Ihr seid Bochum.“

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