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Herbstferien

Bochumer Jugendliche machen Hip-Hop zum Ferienprogramm

Der zehnjährige Ben an den Turntables.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum-Gerthe.   Im Stadtteilzentrum U27 Gerthe lernen Jugendliche die vier Disziplinen des Hip-Hop kennen. Dabei stehen Respekt und Toleranz im Vordergrund.

Die Musikrichtung Hip-Hop ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Auf den Schulhöfen und in den Jugendzentren werden die aktuellen Lieder der großen Rap-Stars auf und ab gespielt und textsicher mitgesungen.

Dass Hip-Hop aber weitaus mehr ist als dicke Autos, goldene Ketten und markante Sprüche, das lernen Kinder und Teenager derzeit im städtischen Freizeit- und Stadtteilzentrum U27 Gerthe.

Vier Disziplinen im Hip-Hop

Bei dem Ferienkurs „Street Affair“ stehen nämlich die Wurzeln der Hip-Hop-Kultur im Mittelpunkt, wie Zentrumsleiter Stefan Kreggenfeld erklärt: „Zu Hip-Hop gehören auch Toleranz und Respekt, das wollen wir den Jugendlichen hier vermitteln.“ Für das einwöchige Projekt haben sich die Kinder und Jugendliche eine der vier Hip-Hop-Disziplinen Rap, Graffiti, DJ und Breakdance ausgesucht und lernen diese in Gruppen kennen. Während der Woche entstehen dabei Ergebnisse, die bei einer Abschlussparty kombiniert und vorgestellt werden sollen.

Für den musikalischen Hintergrund wird dann die Gruppe von Kolja Vorthmann sorgen. Er zeigt einer kleinen Gruppe von Projektteilnehmern den richtigen Umgang mit Plattenspielern und digitaler Musiktechnik. „Leider kommen DJs im Hip-Hop kaum noch vor“, so Vorthmann. Umso schöner ist es für ihn, dass sich fünf Jugendliche gefunden haben für den DJ-Kurs. Darunter Nico und Ben, die beide eigentlich vorhatten, beim Breakdance mitzumachen. Doch nach der Kursvorstellung durch Kolja Vorthmann entschieden sich die Jungs für den DJ-Kurs. „Die Technik finde ich toll. Der Kurs gefällt mir sehr gut“, freut sich der zehnjährige Ben, der sich sogleich die Kopfhörer wieder aufzieht und sich seinem Laptop widmet.

Kinder basteln an eigenen Rap-Songs

Auch im Nebenraum wird konzentriert gearbeitet. Hier sitzt Jonas Zolyniak mit den Kursteilnehmern an eigenen Rap-Songs. Dazu werden nicht nur Liedzeilen getextet, sondern auch spezielle Techniken geübt. „Ich bringe den Kids bestimmte Atemtechniken bei, damit sie beim Rappen genug Luft haben“, erklärt Zolyniak. Doch nicht nur das Singen ist wichtig, sondern auch der Liedtext, der selber geschrieben wird. „Es ist eine Verantwortung auf der Bühne zu stehen. Deshalb arbeiten wir gemeinsam an den Texten“, so Zolyniak. Am Ende stehen zwei selbst gedichtete Lieder, die die Jugendlichen mit passenden DJ-Klängen vortragen wollen.

Als Kulisse dient ihnen dabei ein großes Graffiti-Bild, das der Kunstpädagoge Martin Domagala zusammen mit Kursteilnehmern gestaltet. Beim Graffiti-Workshop ist vor allem Freude am Malen und Zeichnen gefragt: „Der Kurs soll einen Einstieg in kreatives Arbeiten bilden. Dazu passt Graffiti sehr gut, weil die Kids darauf abfahren.“

Julian nennt sich jetzt „SXTN“

Bevor es an die große Freifläche auf dem Hof geht, haben die Jugendlichen sich einen Künstlernamen erdacht und erste Ideen auf einer Leinwand gemalt. Der zwölfjährige Julian etwa malt unter dem Pseudonym „SXTN“. Für ihn ist es nicht der erste Kontakt mit einer Sprühdose: „Ich habe vor drei Wochen bei einem Graffiti-Kurs mitgemacht, das hat mir sehr viel Spaß gemacht.“

Spaß sollen die Jugendlichen auch bei der Abschlussveranstaltung haben, doch vorher ist das Lampenfieber immer groß, wie Kolja Vorthmann weiß. „So bald sie auf der Bühne sind, ist das aber vergessen.“

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