Tradition

Bochumer Gemeinde entdeckt ihre Krippe immer wieder neu

Fabian Rips, Harry Niedballa und Thomas Bachstein (von links) haben mit dem gut zehnköpfigen Team inzwischen Routine beim Aufbau der Krippenlandschaft in der Bochumer St.-Liborius-Kirche.

Fabian Rips, Harry Niedballa und Thomas Bachstein (von links) haben mit dem gut zehnköpfigen Team inzwischen Routine beim Aufbau der Krippenlandschaft in der Bochumer St.-Liborius-Kirche.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Grumme.  In der Bochumer St.-Liborius-Kirche wurden die Figuren auf dem Dachboden wiederentdeckt. Die Szene wandelt sich ständig durch Reise-Mitbringsel.

Die Figuren haben eine bewegte Geschichte und sogar noch kleine Geheimnisse, außerdem wandelt sich die Krippenlandschaft in der Taufkapelle der katholischen St.-Liborius-Kirche immer noch. Die gut 80 Zentimeter großen Gipsdarstellungen der Heiligen Familie, Hirten, Könige, Tiere und des Engels waren über 30 Jahre schlicht verschollen. Letztlich gut erhalten sind sie in alten Zementsäcken verpackt auf dem Dachboden über der Sakristei nur durch einen glücklichen Zufall im Jahr 2000 entdeckt worden. Nicht nur der Arbeitskreis Krippe pflegt sie seitdem auch als ein Spiegelbild der Gemeinde.

Zunächst entsteht hier seitdem eine große, orientalische Landschaft, die bewusst auf Tannenbäume verzichtet. Dafür muss jedes Mal die Kapelle regelrecht umgebaut werden. „Getauft wird dann eben einfach am Altar“, erzählt Fabian Rips vom gut zehnköpfigen Aufbauteam schmunzelnd, denn das Taufbecken verschwindet so zwischen dem ersten Advent und Maria Lichtmess im Februar. Auch das Bronzekreuz an der Wand wird so lange von der Leinwand verdeckt, die eine Landschaft aus der israelischen Wüste zeigt.

Die Darstellung verändert sich über die Jahre, denn die Gemeindeglieder bringen gern Reise-Souvenirs für die Kulisse mit: Steine aus Albanien, eine Amphore aus Rom, und einen Kohlebrocken und eine Grubenlampe, wohl von der früheren Zeche Constantin in der Nähe.

Sogar einen Bachlauf aus Styropor hat die Kulisse bekommen, „aber der ist nicht in Betrieb, den haben wir nicht dicht gekriegt“, beschreibt Harry Niedballa vom Kirchenvorstand. Dafür flackert ein elektrisch beleuchtetes Lagerfeuer auf der terrassierten Landschaft.

Die drei Weisen wanderndurch die Adventszeit

Ganz nach der Überlieferung des Evangelisten Lukas ist zu Anfang der Adventszeit die Heilige Familie noch nicht zu sehen, die Weisen aus dem Morgenland wandern langsam auf die Grotte zu, die sie erst zu Dreikönige, diesmal am 5. Januar erreichen. Auch der Engel schwebt erst nach der Geburt des Christuskindes über der Szene. „Bis Heiligabend steht nur Ochse in der Grotte“, beschreibt Niedballa.

Wo denn der Esel bleibt, wollen Kinder dann wissen. „Maria muss doch bis nach Bethlehem auf dem Esel reiten“, antwortet Rips dann.

Die Krippendarstellung ist eigens ausgeleuchtet. Per Dimmer lässt sich die Atmosphäre anpassen, und die Betreuer warten, ob Besucher die Stille suchen oder die Geschichte hören wollen.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben