Klassentreffen

Bochumer erinnern sich 66 Jahre später an ihre Schulzeit

Gute Laune herrschte beim Klassentreffen der früheren Schüler der Volksschule an der Hiltroper Straße 53.

Gute Laune herrschte beim Klassentreffen der früheren Schüler der Volksschule an der Hiltroper Straße 53.

Foto: Vladimir Wegener

Riemke.  Zum Jahrgangstreffen kamen Ehemalige der katholischen Volksschule an der Hiltroper Straße zusammen. Zu ihrer Zeit gab es noch die Prügelstrafe.

Die katholische Volksschule an der Hiltroper Straße gibt es seit 51 Jahren nicht mehr.18 Ehemalige feierten nun gleichwohl ihren dortigen Schulabschluss. Das passende Motto, frei nach Sänger Udo Jürgens: „Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss!“. „Wir bekamen Ostern 1953 unsere Zeugnisse und gingen ins Berufsleben“, klärt Organisator Paul Walburg auf. Er selbst machte eine kaufmännische Lehre.

Der Rektor und Klassenlehrer der Jungen, Josef Kraus, verabschiedete die gut 80 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren. „Kurz danach ging er 1954 mit 65 Jahren von der Schule in Pension“, erinnert sich Walburg. Für den heute 80-Jährigen war es eines der schönsten Erlebnisse rund um die Schulzeit, dass Kraus auch zum ersten Klassentreffen mit 30 Ehemaligen erschien. Das war erst 28 Jahre später im Frühjahr 1981. „Rektor Kraus war damals schon 93 Jahre alt“, so der rüstige Senior noch heute begeistert. Fasziniert war er zudem, dass Kraus damals fünf Gläser Bier mittrank und noch zwei Schnäpschen obendrauf setzte.

Schwierige Adressensuche

Die Mädchenklasse traf sich 35 Jahre später das erste Mal. Marianne Ruppert organisierte es im November 1988. „Da die Frauen mit der Heirat stets den Nachnamen ihrer Männer annahmen, gestaltete sich die Adressensuche schwierig“, berichtet sie. Besonders galt das für Ingrid Krause, die seit Jahrzehnten in Australien lebte. 2018 kam sie zum Jahrgangstreffen.

Aus den Klassentreffen wurde 1990 ein Jahrgangstreffen. „Paul sprach mich an, ob wir nicht zusammen feiern sollten“, erklärt Ruppert. Seither finden die Treffen regelmäßig und inzwischen zum 20. Mal statt.

Klassenlehrerin spielte oft Geige zum Gesang

„Unsere Lehrer waren streng. Es gab schnell etwas mit dem Rohrstock auf die Finger und auch ‘ne Ohrfeige“, erinnert sich Manfred Adams. Für ihn und Hartmut Jobski war es ein besonderes Erlebnis, mit den Mädchen im Chor zu singen. Deren Klassenlehrerin Maria Kampmann spielte oft Geige dazu. „Diese jaulte, weil sie völlig verstimmt war“, schmunzelt Jobski.

„Fräulein Kampmann“ war fromm und ließ ihre Mädchen oft Kirchenlieder singen. „Wir können noch heute viele auswendig“, so Christa Peller und Margret Pieper. Wer sonntags zur Andacht in die St. Franziskus-Kirche kam, dem wurden die Schularbeiten erlassen.

Kampmann konnte auch anders. Sie schlug die Mädchen mit dem Rohrstock oder mit dem Kopf des Geigenbogens. Im Gegenzug gab es Streiche: „Ein Mal habe ich die Saiten der Geige mit Seife eingerieben“, so Marianne Ruppert.

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