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Kunst

Bahnunterführung Hermannshöhe ist bei Sprayern unbeliebt

Immer häufiger wird die Bahnunterführung Hermannshöhe als Angstraum bezeichnet. Eigentlich darf man hier nur mit Genehmigung sprühen, aber kaum jemand hält sich an diese Regelung.

Foto: Gero Helm

Innenstadt.   Die Bahnunterführung Hermannshöhe hat bei Bochumern keinen guten Ruf. Auch Sprayer kommen ungern, Ehrenamtler Manuel Meller erklärt die Gründe.

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Sichtlich unzufrieden läuft Manuel Meller durch die Bahnunterführung Hermannshöhe. An den Wänden prangen verschiedene Graffiti, viele sind übereinander und unordentlich gesprüht, oftmals ist der Schriftzug „LSD“ mitten in die Motive in schwarz hineingekritzelt worden. „Es sieht hier heruntergekommen aus“, kritisiert der 35-jährige Rapper und Sozialarbeiter, der selbst seit seiner Jugend sprüht. Vom Straßensozialarbeiter wurde er beauftragt, ehrenamtlich Einzelgenehmigungen auszustellen, wenn Leute in der Unterführung sprühen wollen. Die ist laut Stadt seit 2001 eine Freifläche. Anfragen kommen aber fast keine mehr, in diesem Jahr waren es lediglich drei. Gesprüht wird in dem Tunnel aber dennoch, meist ohne Genehmigung.

Interesse ist zurückgegangen

„Als die Freifläche vor ein paar Jahren eröffnet wurde, war das Interesse deutlich größer“, erinnert sich Meller. Damals hatte die Stadt zur Eröffnung Dosen gesponsort. Auch sei die Qualität der Bilder besser gewesen. „So wie das jetzt aussieht, kommen immer häufiger Kommentare, dass das ein Angstraum ist. Als ich hier das letzte Mal gesprüht habe, saßen Junkies herum“, erinnert sich der 35-Jährige.

Tunnel hell streichen

Er wünscht sich, dass die Stadt Geld bereitstellt, um den Tunnel in einer hellen Farbe zu streichen und dann neue und hochwertige Motive zu sprühen. „Man muss den guten Künstlern einen Anreiz geben, herzukommen. Der Ort ist an sich problematisch, da die Unterführung so stark frequentiert ist und man oft angesprochen wird“, erläutert Meller. Meist gebe es von den Passanten aber Zuspruch, besonders, wenn bunte Bilder den dunklen Tunnel freundlicher machen sollen. Allerdings darf immer nur eine Person in dem Fußgängertunnel sprühen. Die muss sich vorab eine Genehmigung bei Meller holen. Damit soll vermieden werden, dass die Gesundheit der Passanten in dem relativ engen Tunnel gefährdet wird.

Situation für Künstler ist in Bochum gut

Generell begrüßt er die Situation für Graffiti-Künstler in Bochum: „Es gibt viele Freiflächen.“ Das Interesse sei groß, so hat Meller schon viele Workshops gegeben. Dass die Freifläche dennoch so wenig gefragt ist, liege vor allem am Zustand des Tunnels. „Das ist mitten in Bochum. Das wäre gar nicht so teuer für die Stadt, die Mittel zu stellen. Da hätten alle etwas von. Besucher, die hier parken, kriegen gleich einen schlechten Eindruck von Bochum“, betont Meller.

Auf Anfrage bestätigt die Stadt Bochum, dass das Problem bekannt ist. „Das Jugendamt hat das auf dem Schirm. Im Laufe des kommenden Jahres soll da gestrichen und Dosen zur Verfügung gestellt werden“, sagt Stadt-Sprecherin Katrin Müller.

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