Brauchtum

Den traditionellen Spielmannszug plagen die Nachwuchssorgen

Dirk Luhmann, Meiko Krämer, Bernd Wiegard, Tanja Lukaß, Mechthild und Michael Deutsch, Manfred Krämer und Stephan Klünder,(v.l.), der Vorstand und die erfolgreichen Schützinnen des Spielmannszuges. Foto:Dietmar Wäsche

Dirk Luhmann, Meiko Krämer, Bernd Wiegard, Tanja Lukaß, Mechthild und Michael Deutsch, Manfred Krämer und Stephan Klünder,(v.l.), der Vorstand und die erfolgreichen Schützinnen des Spielmannszuges. Foto:Dietmar Wäsche

Grumme.   Das Traditions-Korps der Bochumer Maiabendgesellschaft leidet unter Mitgliederschwund. Wieder wird mit Tanja Lukaß eine Schützenkönigin geehrt.

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„Früher, da wurden in Bochum die Kinder praktisch mit der Trommel vor dem Bauch geboren“, meint Manfred Krämer, und er lächelt nur ein bisschen. Denn heute springen die Kinder und Jugendlichen nicht mehr auf das klingende Spiel und die blau-weiße Traditionsuniform an. Den Spielmannszug der Maiabendgesellschaft plagen Nachwuchssorgen, wie sich auch am Rande der Jahresversammlung mit Ehrung der Meister-Schützinnen zeigt.

Der älteste Spielmannszug der Region

In guten Zeiten waren es „48 Aktive“, haben der Vorsitzende und sein Stellvertreter und Schießleiter Michael Deutsch sofort parat. Das war Anfang der 80er Jahre. Heute „21 Aktive, insgesamt 59“. Selbst in Bochum, selbst zum Maiabendfest „sagen uns heute die 16- oder 17-Jährigen: Nee, mit Mütze und Trommel lachen mich meine Kumpels doch aus“, muss der Vorstand erfahren, „und wir sind der älteste Spielmannszug in der Region.“ Aber auch überaltert, weiß Michael Deutsch, es fehlen schon die Leute „zwischen 35 und 50“.

1912 wurde das Korps gegründet, der gesamten Maiabendgesellschaft schloss es sich 1948 an. Höhepunkt war sicherlich jedes Jahr der Große Zapfenstreich vor dem Rathaus und der Ausmarsch, an dem der Spielmannszug die Spitze bildete.

Altes Brauchtum

Das Brauchtum wollen die Spielleute weitergeben, sind bei allen Terminen der Maikerls dabei, beginnend schon beim Efeupflücken an Graf Engelberts Grab in Fröndenberg im Sauerland. Dessen Statue würden sie gern an würdigerer Stelle sehen: gegenüber dem Kuhhirten auf dem Boulevard.

Bei der Nachwuchswerbung gehen Maiabendgesellschaft und Spielleute inzwischen aktiv schon auf die Grundschulen zu, stellen Unterrichtsmaterialien bereit. „Und wir haben schon Kontakt zur Musikschule aufgenommen“, erzählen Krämer und Deutsch, „greifen wirklich nach dem Strohhalm“.

Königinnen dominieren Schießen

Immerhin, „es hat wieder Spaß gemacht beim Schießen“, freute sich Krämer. Die Königinnenkette aus dem herbstlichen Wettkampf auf dem Stand des befreundeten BSV Stiepel 1854 übergab Gisela Krämer an die diesmal erfolgreiche Tanja Lukaß, die mit 30 Schuss den Reichsapfel und mit 282 den Rumpf abgeräumt hatte.

Keine Überraschungen bietet das Ergebnis der Vorstandswahlen auf der Jahreshauptversammlung. Denn der geschäftsführende Vorstand hatte bereits signalisiert, weiter zur Verfügung zu stehen. Vorsitzender bleibt damit Manfred Krämer, sein „Vize“ Michael Deutsch, Kassierer Dirk Luhmann, Schriftführerin Gisela Krämer.

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