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Eintritt frei

Ateliers öffneten ihre Türen für Kunstinteressierte

Objekte von Sibylle Pieper (rechts im Bild) waren im Stadtteilzentrum Q1 zu sehen im Rahmen der Aktion „Eintritt frei“. Foto:Klaus Pollkläsener

Stahlhausen/Hamme.   Über 40 Künstler präsentierten am Wochenende ihre Werke. Von Schmuck bis Malerei war alles vertreten. Sogar mit Kettensägen wurde gearbeitet.

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Lebendigkeit ist es, was Sibylle Pieper sehr fasziniert. Sie war einer von über 40 Künstlern, die jetzt an der Aktion „Eintritt frei!“, einer freien Initiative der Bochumer Künstler und Designer, teilnahmen.

In ihre Werke arbeitet sie fast ausschließlich, zumindest in den letzten Jahren, natürliche Elemente ein. Einen kleinen Teil ihrer Skulpturen präsentierte die Bochumer Bildhauerin als Gastaustellerin im Atelier im Stadtteilzentrum Q1. „Mein eigentlicher Arbeitsort liegt an der Schattbachstraße“, erklärte die Künstlerin, „doch ich wollte meine Werke gerne mal an einem anderen Ort präsentieren.“

Kettensäge für filigrane Formen

Von großer Wichtigkeit ist in Piepers Schaffen das Material Holz, ihr wichtigstes Instrument die Kettensäge. Davon hat sie mehrere in ihrem heimischen Atelier. Aber nicht nur die altbekannten, sondern auch eine mit einer sogenannten Carving-Garnitur. Dabei läuft das recht dünne Sägeblatt vorne spitz zu. Dies macht es Pieper möglich, auch filigrane Formen aus dem Holz heraus zu schnitzen.

Holz bewegt die Menschen

„Holz bewegt den Menschen, seitdem er denken kann“, erklärte sie ihre Faszination für jenes Urmaterial, „Holz war lange Zeit der wichtigste Werkstoff, aus dem alles gebaut wurde.“ Noch faszinierender ist jedoch die Tatsache, dass ihre Kunstwerke sich zum Teil selbst herstellen: Neben den bewusst zugefügten Schnitten mit der Kettensäge zieren Spannungsrisse die bearbeiteten Holzblöcke. „Holz ist immer in Arbeit. Es ist lebendig“, so Pieper. Und diese Vitalität, diese Lebendigkeit ist es, die die Kunstwerke auch für die Ausstellungsbesucher so interessant machte.

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„Die weiße Leinwand hat mich spirituell suchen lassen“, fasste Peter Kaufung seine Motivation, die Essenz seiner künstlerischen Tätigkeit zusammen, „Dieses unendliche Feld, dass dazu einlädt, gefüllt zu werden. Das ist für mich etwas sehr Schönes.“

In seinem Atelier „Bild-Werke“ (An der Maarbrücke 23), ganz charmant in einem alten Friseursalon untergebracht, stellte er eine kleine Auswahl seiner neueren Arbeiten aus den letzten drei Jahren vor.

Der Bochumer Maler hat vor allem die existenzialistischen Fragen des Lebens in seinen Werken verarbeitet. Seine Malerei ist dabei geprägt von der Arbeit mit und an verschiedenen Motiven aus der Bibel. Widmete sich Kaufung in seinen früheren Jahren überwiegend neutestamentarischen Themen wie Liebe, Hoffnung und Frieden, sind es aktuell eher die Leitbilder des Alten Testamentes, die sein künstlerisches Schaffen inspirieren. Häufig zeigen seine neueren Werke verbildlichte Energien, kosmische Quellen – Ursprungsbilder.

Motiv von Adam und Eva

Thema seiner Ausstellung war „Mythen, Märchen und Transformation“. Neben einer recht modernen, mit kräftigen Farben gestalteten Darstellung des paradiesischen Motivs von Adam und Eva, konnten die Besucher auch eine großformatige Interpretation des Andersen-Märchens „Des Kaisers Nachtigall“ bestaunen. Am meisten begeisterten aber mehrere kleinformatige, überwiegend in blau und weiß gehaltene Bilder mit fließenden Formen von eher abstrakter Natur. „Dieses eine erinnert mich an eine in Öl eingeschlossene Flüssigkeit“, erklärte eine Besucherin ihre Eindrücke, „irgendwie schwebend und sehr lebendig.“

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