Flüssesiedlung

Anwohner liefern frische Ideen für die Flüssesiedlung

Um diese Fläche geht es: die evangelische Johanneskirche mit dem Jugendtreff, mittig darüber, durch die Bäume verdeckt, die Schule am Lenneplatz und rechts der Bolzplatz.

Foto: Gero Helm

Um diese Fläche geht es: die evangelische Johanneskirche mit dem Jugendtreff, mittig darüber, durch die Bäume verdeckt, die Schule am Lenneplatz und rechts der Bolzplatz. Foto: Gero Helm

Grumme.   Studierende der Ruhr-Uni erstellen Konzepte für die Fläche rund um die Johanneskirche in Grumme. Anregungen holen sie sich aus der Nachbarschaft.

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„Der Vorplatz der Kirche müsste mehr genutzt werden!“ Dieser Satz steht gleich auf mehreren Karten, die an der Kirchenmauer kleben. In diesem Moment ist es wahrscheinlich genau so, wie es sich die Autoren wünschen. Denn vor der Johanneskirche an der Ennepestraße tummeln sich so an die 50 Menschen.

Viele Bürger aus der Nachbarschaft sind einer Einladung von Geographie-Studierenden der Ruhr-Uni (RUB) gefolgt, um sich Gedanken zu machen, was sich in ihrem Viertel, der Flüssesiedlung, verändern muss, damit sie sich hier noch wohler fühlen können.

Anstöße für Veränderungen geben

Genau das will das Masterseminar der RUB mit dem Titel „Nutzungskonzepte für die Flüssesiedlung“ bezwecken: Anstöße für mögliche Veränderungen geben. Herausgepickt haben sich die Studierenden die Fläche rund um die Johanneskirche mit dem Jugendtreff, der Schule am Lenneplatz und dem Bolzplatz.

„Uns Geographen ist sehr wichtig, nicht nur von außen zu entwickeln“, erklärt Seminarleiterin Anne Rabe. Deshalb wurden lokale Akteure und auch die Anwohner ins Boot geholt. Bei dem Ideenmarkt jetzt auf dem Vorplatz der Kirche können die Anwesenden ihr Know-How einbringen und an mehreren Thementischen für ein, zwei Stunden zu Stadtplanern werden.

Die Kirche steht im Mittelpunkt

Die Themenschwerpunkte sind vorgegeben. Im Mittelpunkt, das wird schnell klar, steht für die Bürger „ihre“ Kirche. Aber sie machen sich auch Gedanken zur allgemeinen Wohnqualität, zu Treffpunkten und Lieblingsorten im Viertel und zu möglichen baulichen Veränderungen der Schule, die auf lange Sicht aufgegeben werden soll.

Renate Bühner stellt sich dort ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt vor. „Die Schule ist ja aktuell eher ein Schandfleck“, findet sie. Wilfried Paulner, SPD-Bezirksvertreter und Geschäftsführer der DJK Preußen 1911, wünscht sich, die Turnhalle um 90 Grad zu drehen und zu einer Dreifach-Halle umzubauen, „weil die aktuelle, zu kleine Halle eh schon zu 100 Prozent ausgelastet ist“.

Vorschläge werden zu Nutzungskonzepten verarbeitet

Wichtig ist den Grummern der Erhalt der Johanneskirche. Und eine bessere Auslastung (durch Mehrfachnutzung) des Gotteshauses, das im Viertel der einzige Versammlungsort für mehr als 100 Personen ist. Deshalb wird für den ein paar Meter entfernten Schulstandort auch ein ausreichend großes Begegnungszentrum vorgeschlagen – für wetterunabhängige Feiern im größeren Rahmen.

Weitere Ideen, die aus den großen wie kleinen Gästen nur so heraussprudeln: Bouleplatz, Abenteuerspielplatz, mehr Sitzgelegenheiten vor der Kirche, Tauschbücherei, Räume für eine Kita und ein Eltern-Kind-Café und – immer wieder – ein Bäcker. Anne Rabe und ihre Kommilitonen nehmen alle Vorschläge auf und verarbeiten sie nun zu Nutzungskonzepten.

Wichtig ist Anne Rabe zu erwähnen, dass es sich bei dem Masterseminar um ein unverbindliches Projekt handelt. „Wir haben von niemandem einen Auftrag bekommen und wollen auch keine Erwartungen wecken, die wir nicht erfüllen können.“ Gleichwohl werden die Ergebnisse im September der Stadt in einer Präsentation vorgestellt.

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