Gerther Treff

Alte Fotos an „Kaffee Anne Bude“ laden zum Erzählen ein

Neuer Hingucker: Historische Bilder aus Gerthe zieren den alten Kiosk. Marion Kensy (rechts) freut sich über das großes Interesse.

Neuer Hingucker: Historische Bilder aus Gerthe zieren den alten Kiosk. Marion Kensy (rechts) freut sich über das großes Interesse.

Foto: Wicho Herrmann

Gerthe.  Historische Heimatfotos verschönern die Frontfassade vom Treff „Kaffee Anne Bude“ am Gerther Markt. Aktion kommt bei den Bürgern gut an.

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Miteinander ins Gespräch kommen und Kaffee trinken: „Kaffee Anne Bude“ am Gerther Markt ist inzwischen eine Institution im Stadtteil. Seit ein paar Wochen hat das Gebäude eine neue Attraktion: Historische Fotos aus dem Quartier verschönern die Fassade rund um die Luke.

„Die Bilder entstanden etwa zwischen 1900 und 1980“, berichtet Marion Kensy, Vorsitzende des Vereins „Gerther Treff“, der die Bude betreibt: „Mit Hilfe des Stadtarchivs, das uns sehr unterstützte, trugen wir die meisten zusammen.“ Die Bezirksverwaltungsstelle Nord überließ dem Verein zudem historische Kalenderbilder.

Ballspielverein Hiltrop sprang ein

Nun mussten die alten Fotos „nur“ noch auf wetterfestes Material gezogen und angebracht werden. „Zum Glück sprang uns der BV Hiltrop hilfreich zur Seite und übernahm die Finanzierung des Fotodrucks auf eine Spezialschicht“, sagt Kensy. Der Verein kümmerte sich auch darum, dass die Bilder professionell an der Fassade angebracht wurden.

Wie es dazu kam, erklärt Sebastian Hackforth vom Jugendvorstand. „Beim ,Hiltroper Herbst’ im Oktober 2017 erzählte uns Frau Kensy mit viel Herzblut von ihrer Absicht, die Bude auf dem Markt zum sozialen Treffpunkt zu machen. Mit der gleichen Begeisterung begannen wir vor zwei Jahren sehr erfolgreich damit, den BV Hiltrop von einem Fußballverein zu einem sozialen Treffpunkt für Familien und Bürger im Bochumer Norden zu entwickeln.“ Beim BV Hiltrop wurde aus dieser Idee, sehr zur Freude von Hackforth, Wirklichkeit. „Daher entschloss sich unser Verein, die Bude mit historischen Bildern so umzugestalten, dass die Menschen anhalten und ins Gespräch kommen“, so der Jugendvorstand.

Volltreffer gelandet

Dem BV Hiltrop und dem Gerther Treff gelang mit der Aktion ein Volltreffer. Kaum standen die Monteure mit den gut 20 Bildern vor der Bude, waren die ersten Neugierigen da. Und erzählten sich, an was sie die Fotos erinnern. Auch jetzt, ein paar Wochen später, reißt das Interesse nicht ab. „Da ist die Straßenbahnlinie 6 vor der ehemaligen Gaststätte ,Koeppen-Castrop’ (Ecke Bövinghauser Hellweg). Hier fährt die 7 an der Christuskirche (Lothringer Straße) vorbei. Ich bin noch mit beiden gefahren“, erklärt Thomas Matreitz, der seit 56 Jahren in Gerthe lebt.

Ältere Gertherin erkennt ihre Familie

„Eine ältere Dame erkannte auf einem Foto von der Bäckerei Strottkötter (Gerther Markt) aus den 30er Jahren ihre Großeltern, der Vater und sogar einen Bruder“, erzählt die Ehrenamtliche Dörte Richter. Alte Fotos aus Harpen, Herne und Hiltrop kommen bei der Bildwand dazu.

Stichwort: „Sich erinnern!“ „Das war der Auslöser für unsere Idee, den Kiosk mit diesen historischen Bildern zu verschönern“, sagt Marion Kensy: „Viele der Gespräche an unserer Bude landen früher oder später immer bei dem Satz: ,Weißt du noch…?’. Da war uns klar, was wir zu tun hatten, um die Fassade umzugestalten.“ Es fehlte nur das Geld.

Die offizielle Einweihung der neuen Fassade erfolgt zum Saisonstart 2019 am Samstag, 23. März.

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