Grummer Bach

Neugestaltung des Grummer Bachs weckt großes Interesse

Großes Interesse: Weit mehr als Hundert Bürger sind ins Technische Rathaus gekommen, um sich über den Umbau des Grummer Bachs zu informieren; aber auch, um eigene Vorschläge zu machen.

Großes Interesse: Weit mehr als Hundert Bürger sind ins Technische Rathaus gekommen, um sich über den Umbau des Grummer Bachs zu informieren; aber auch, um eigene Vorschläge zu machen.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum-Grumme.   Stadt plant zahlreiche Maßnahmen zum Umbau des Grummer Bachs. Ziel ist ein besserer ökologischer Zustand. Die Meinungen sind gespalten.

Ob im Eintracht-Grumme-Trikot, im Kinderwagen oder mit Rollator – wenn es um ihren Stadtteil geht, dann kommen die Bewohner von Grumme. Weit mehr als Hundert Gäste zwängen sich in den Multifunktionsraum des Technischen Rathauses, wo Projektleiterin Sonja Reitenbach über die geplanten Umbaumaßnahmen des Grummer Bachs informiert. Schnell kommen neben den Bauplänen die ersten Diskussionen in Schwung.

„Ich bin entsetzt, wie lange der Umbau dauern soll. Ich fürchte eine Dauerbaustelle“, sagt Bärbel May, die in Grumme aufgewachsen ist und oft an den Teichen spaziert. „Die Teiche sollen so bleiben“, wünscht sie sich. Aus Sicht der Stadt geht das nicht, wenn ein besserer ökologischer Zustand erreicht werden soll. „Es ist zwingend erforderlich, das Entwässerungs- und Gewässersystem neu zu planen“, sagt Reitenbach. Das geschehe vor allem zum Schutz vor Überflutung und Geruchsbelästigung sowie einer neuen EU-Richtlinie.

Drei der acht Teiche sollen aufgegeben werden

Der Grummer Bach ist zu acht Teichen aufgestaut – drei davon (Mühlen-, Tipulus- und Grumbeckteich) sollen aufgegeben werden. Im Rahmen der Renaturierung soll das Gewässer links am Bigge-, Grume- und Kötterteich entlang führen, auch der Constantinteich ist betroffen. Zudem werden Wasserweichen und Regenüberlaufbecken sowie ein Stau- und Entlastungskanal neu- und umgebaut.

„Ich frage mich, ob mein Kleingarten betroffen sein wird“, sagt Jörg Bandlow und Ehefrau Karina Bandlow ergänzt: „Es muss etwas passieren, früher war alles gepflegter.“ Man müsse die Schächte dauerhaft sauber halten. „Mir ist die Natur im Stadtteil sehr wichtig, ich beobachte gerne den Eisvogel hier“, so Bandlow. Darauf kommt es auch Frank Heuer an. „Ich möchte mich frühzeitig in die Planung einbringen, vielleicht in der angebotenen Arbeitsgruppe.“

Grummer Bürger bringen viele Ideen ein

Gerade die Umweltfrage sorgt für Diskussion: Während die einen sich etwa beleuchtete Wege aus Sicherheitsaspekten wünschen, halten andere diese im Sinne des Artenschutzes für schädlich. Ute Thomas schätzt deshalb das Angebot, sich zu beteiligen. „Der eigene Stadtteil ist für die Lebensqualität ausschlaggebend“, findet sie. Die Bewohner von Grumme zeigen, dass sie nicht nur meckern, sondern konstruktive Vorschläge einbringen: Die Ideen reichen von Sport- und Picknickflächen, Gartencafé, mehr Bänken oder Wegweisern bis hin zu dem Wunsch nach einer Hundewiese und dem Zebrastreifen auf der Bergstraße.

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