Stiepeler Mauer

Neue Webseite will Mauern in den Köpfen zum Einstuz bringen

Foto: Svenja Hanusch

Die Mauern in den Köpfen zum Einsturz bringen: Das will eine neue kirchliche Internetseite, die jetzt im Kloster Stiepel freigeschaltet wurde.

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Bei angenehm-warmer Abendsonne versammelten sich jetzt dutzende Menschen am Denkmal der Stiepeler Mauer. Gekommen waren sie, um dem feierlichen Hochfahren der Internetseite mauern- ueberwinden.de beizuwohnen.

Das Grußwort der Klostergemeinde sprach Prior Andreas Wüller. Das Motto des 2015 eingeweihten Denkmals und nun auch der frischen Webseite „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“, wie es im Psalm 18,30 zu finden ist, sei zwar eine religiöse Aussage, aber soll auch religionsübergreifend verstanden werden. Damit schlug Prior Wüller eine Brücke zum feierlichen Moment.

Gemeinsam mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck startete die NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gehbauer (FDP) an einem bereitgestellten Notebook symbolisch die Homepage. Auf dieser können Lehrer geisteswissenschaftlicher Schulfächer Unterrichtsmaterial und Anregungen rund um die Überwindung von Mauern kultureller, religiöser und auch ideologischer Natur bekommen. Ironie des Zufalls: Am gleichen Tag fällte der Europäische Gerichtshof ein Urteil, das die Chance Konfessionsloser auf eine Anstellung in kirchlichen Einrichtungen merklich verbessert. Auch hier bröckelt eine Mauer.

Appell zur Toleranz

Nach dem Onlineschalten ging es in die Veranstaltungshalle des Klosters, wo die Ministerin und der Bischof einige Worte an die Versammelten richteten.

„Die Mauer zwischen Reichtum und Armut ist beschämend“, sagte Bischof Overbeck. Sie sei auch vor unserer Haustür präsent. Aber auch die Mauern des Misstrauens, die Toleranz blockierten, seien ein großes Problem, so der Bischof weiter.

Er betonte, dass wirklich jede Religion ihre Fanatiker und ihre Gewaltgeschichte kenne und es auch für die Christen keinen Grund gebe, aus moralischer Überheblichkeit andere zu verurteilen. Auch müsse man achtsam sein vor denen, die neue Mauern und Grenzen ziehen wollen.

Ministerin Gehbauer wies im Anschluss darauf hin, wie hartnäckig die Mauern zwischen den Menschen sein können – und dass das Hinüberspringen Mut brauche und nicht immer auf Anhieb gelinge. Daher sei der Beitrag, der durch dieses Projekt geleistet werde, so wichtig.

Der Leiter des Dezernats Schule/Hochschule des Bistums Essen, Harald Gesing, stellte die neue Internetseite ausführlich vor. Bis zum Abend wurden gemeinsam bei Speis und Trank Gespräche geführt – und zwischenmenschliche Mauern überwunden.

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