Ruhestörung

Neue Sitzbänke am Radweg in Bochum-Gerthe sorgen für Ärger

Die beiden neuen Sitzbänke an der Lothringer Trasse. Im Hintergrund die Siedlung Dieckmannsfeld. 

Die beiden neuen Sitzbänke an der Lothringer Trasse. Im Hintergrund die Siedlung Dieckmannsfeld. 

Foto: Thomas Plackert

Bochum-Gerthe.  Seit Frühjahr stehen zwei Bänke an der Lothringer Trasse in Gerthe. Sehr zum Ärger von Anwohnern, die seither ihre Ruhe gestört sehen.

Zwei Sitzbänke, die seit Frühjahr an der Lothringer Trasse stehen, sorgen für Wirbel. Die Bezirksvertretung Nord hatte sich vor zwei Jahren für sie eingesetzt, als der Kornweg an den Radweg professionell angebunden wurde. Seither wird diese Rastmöglichkeit sehr gerne und ausgiebig genutzt. Allerdings nicht nur von Fußgängern und Radfahrern, sondern auch von Jugendlichen, für die diese beiden Bänke zu einer Art Treffpunkt geworden sind.

Anwohner sehen ihre Ruhe gestört

Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Die Anwohner der benachbarten Siedlung Dieckmannsfeld jedoch sehen seither ihre Ruhe gestört. So sehr, dass sie sich zunächst an die Stadt wandten und nun auch in der Bezirksvertretung Nord vorstellig wurden. Mit der Bitte, man möge die Sitzbänke doch an einer anderen Stelle des Radweges platzieren – und nicht unmittelbar neben ihren Gärten.

Dass der Radweg jetzt besser angebunden ist und an ihren Grundstücken vorbeiführt, finden die Nachbarn, die die Lothringer Trasse selbst gerne nutzen, wunderbar. Nur, dass man jetzt jedes auch in normaler Lautstärke geführte Gespräch im Garten mitbekommt, empfinden sie als Belästigung. Sie klagen „über eine permanente Beschallung“.

Vor allem halt durch Jugendliche, die sich gerade im Sommer sehr oft an den Sitzbänken aufhielten. Dann ginge es durchaus lebhafter zu und es werde auch laut Musik gehört, bis in die späten Abendstunden, heißt es aus der Wohnsiedlung nebenan.

Stadt hält am Standort fest

Bei der Stadt haben die Anwohner bisher vergeblich um eine Versetzung der beiden Bänke gebeten. Im Rathaus hält man den Standort nach wie vor für akzeptabel. Dies unterstrich Thomas Plackert vom Tiefbauamt auch in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Nord nochmals. Der Standort als Pausenstation biete sich gerade im Hinblick auf die wichtige Wegeverbindung zum Ortskern an, die Bänke seien in 30 bis 50 Meter Entfernung zu den Wohnhäusern aufgestellt worden. Von daher sollten sie aus Sicht der Verwaltung erhalten bleiben. Lautstärke würde durchaus mal entstehen, räumte Thomas Plackert ein, „das muss man akzeptieren“.

Zwei der drei von den Anwohnern ins Spiel gebrachten Alternativstandorte für die Bänke will die Stadt laut Plackert aber noch einmal auf ihre Tauglichkeit überprüfen: Am Ende des Radweges im Bereich Amtmann-Ibing-Straße und im Bereich der Zuwegungen Josef-Baumann-Straße/An der Salzstraße. Den dritten Vorschlag, die Bänke unterhalb des Sportplatzes aufzustellen, lehnt die Stadt ab. Plackert: „Das ist nicht so idyllisch als Rastplatz.“ Hinzu komme, dass es dort im näheren Umfeld auch eine Wohnsiedlung gibt. Von daher werde das Problem nur verlagert.

Politiker vertagen Entscheidung

Die Bezirksvertretung Nord hat eine Entscheidung über eine mögliche Verlagerung der Sitzbänke in die nächste Sitzung (5. November, 15 Uhr, Sitzungssaal im Amtshaus Gerthe) vertagt. „Dann können wir uns vorher noch ein eigenes Bild machen“, so Bezirksbürgermeister Henry Donner (SPD). Christian Schnaubelt von den Grünen schlug vor, Streetworker zu bitten, die Situation vor Ort zu prüfen. „Denn die Jugendlichen werden sich dort wahrscheinlich auch aufhalten, wenn die Bänke nicht mehr da sein sollten.“

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