Zeche Klosterbusch

Neue Pläne für das ehemalige Gelände der Zeche Klosterbusch

Rolf Makowka genießt den Blick auf die „Grüne Schule“, deren Geschäftsführer er ist. Ehe er in den Ruhestand geht, möchte er alles ordnungsgemäß übergeben.

Rolf Makowka genießt den Blick auf die „Grüne Schule“, deren Geschäftsführer er ist. Ehe er in den Ruhestand geht, möchte er alles ordnungsgemäß übergeben.

Foto: Foto: Ingo Otto

Bochum-Stiepel.   Ursprünglich wollte die Matthias-Claudius-Stiftung die „Grüne Schule“ im Stiepeler Lottental übernehmen. Nun aber kommt alles anders.

Rolf Makowka ist inzwischen 66 Jahre alt. Und arbeitet immer noch. Dabei wollte er längst den Ruhestand genießen. Allein, er kann nicht. Denn die Nachfolge für die „Grüne Schule“, die Makowka leitet, ist nach wie vor nicht geregelt. „Und ehe ich nicht alles ordnungsgemäß übergeben habe, will ich nicht gehen“, sagt der Geschäftsführer dieses gemeinnützigen Berufsbildungsinstitutes auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Klosterbusch im Lottental.

Dabei schien 2014 alles schon auf einem guten Weg. Ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 963 – Grüne Zeche Klosterbusch – und parallel dazu das Nutzungskonzept „Grüne Zeche Klosterbusch –Entwicklungsperspektiven für den Bereich der ,Grünen Schule’ und die Hallen der ehemaligen Zeche Klosterbusch“ wurden beschlossen und auf den Weg gebracht. An der Entwicklung des Nutzungskonzeptes war die Matthias-Claudius-Stiftung (MCS) maßgeblich beteiligt.

Die Matthias-Claudius-Stiftung beabsichtigte, zusammen mit dem Mathias-Claudius-Sozialwerk die „Grüne Schule“ zu übernehmen und neu auszurichten. Die „Grüne Zeche“, ein inklusiver, landwirtschaftlicher Betrieb, sollte entstehen. Die alte Maschinenhalle sollte für ein Café und den Verkauf der Produkte aus eigenem Anbau genutzt werden. Aus all dem wird nun allerdings nichts. Die Matthias-Claudius-Stiftung hat ihre Pläne aufgegeben.

„Projekt sprengt die Möglichkeiten der Stiftung“

„Dies ist für die Matthias-Claudius-Stiftung kein Projekt, das wir weiter verfolgen werden“, bestätigt Joachim Stahlschmidt aus dem Stiftungs-Vorstand auf Anfrage. „Es wäre für uns wirtschaftlich nicht zu betreiben und sprengt unsere Möglichkeiten.“ Man habe versucht, weitere Partner mit ins Boot zu holen – ohne Erfolg. Stahlschmidt räumt ein, dass das gesamte Prozedere zudem sehr zähfließend gewesen sei.

Davon berichtet auch Rolf Makowka. „Seit Jahren geht es mit dem Bebauungsplan nicht weiter“, kritisiert er. Und er bedauert, dass nach personellen Veränderungen im Stiftungsvorstand mit Willi Gründer, dem früheren Vorsitzenden, die treibende Kraft für dieses Projekt weggebrochen sei.

Die 40 Teilnehmer sollen übernommen werden

Doch Rolf Makowka war nicht untätig und berichtet von einer „anderen Lösung“, die schon „sehr konkret ist“. Er verspricht, dass es mit der „Grünen Schule“ weitergehen wird. „Auch unter diesem Namen.“ Wie genau die neuen Pläne aussehen, will Makowka noch nicht verraten. „Erst müssen wir schauen, wie wir das in trockene Tücher bekommen.“ Immerhin: Die Landwirtschaftskammer war schon da. Sie muss die Übergabe abnicken. Es geht schließlich auch darum, dass die aktuell 40 Teilnehmer an Umschulungen, Qualifizierungslehrgängen und Aktivierungshilfen übernommen werden. „Wir sind alle sehr optimistisch“, sagt Makowka – und scheint seinem wohlverdienten Ruhestand einen Schritt näher zu sein.

>> BLB: VERKAUF AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN NICHT MÖGLICH

Laut Stadt haben Probleme mit dem Grundstücksbesitzer, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB), dazu geführt, dass die Matthias-Claudius-Stiftung abgesprungen ist. In einer Verwaltungsmitteilung an die Bezirksvertretung antwortet die Stadt auf eine Anfrage der Fraktion „FDP & Friends“: „Aufgrund interner Abläufe hat der BLB bislang kein Ausschreibungsverfahren für den Verkauf der Flächen in Gang gesetzt.“

Der BLB dazu: „Bei dem betreffenden Gelände gab es eine äußerst komplexe Nutzungs- und Vertragssituation, die einen Verkauf aus rechtlichen Gründen nicht erlaubte, und die bis heute fortbesteht. Dementsprechend war der BLB gezwungen, die Verkaufsvorbereitungen im Januar 2019 vorläufig einzustellen. Dem BLB liegen derzeit keine Informationen über etwaige neue Nutzungskonzepte vor.“ Für Gespräche stehe man bereit.

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