Neueröffnung

Bochum: Neues Café Eisliebe setzt auf lokale Spezialitäten

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Das Hobby zum Beruf gemacht - nach beruflichen Umwegen eröffnete der gelernte Koch Jo Glaubitz im Juni die Eisdiele "Eisliebe" auf der Westenfelder Straße.

Das Hobby zum Beruf gemacht - nach beruflichen Umwegen eröffnete der gelernte Koch Jo Glaubitz im Juni die Eisdiele "Eisliebe" auf der Westenfelder Straße.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Wattenscheid  Jo Glaubitz ist mit "Eisliebe" in Wattenscheid-Mitte gestartet. Ob Schoko- oder Käsekuchen-Eis - wo möglich gilt: vegan und nachhaltig.

Kaum zu glauben, wie viel Wattenscheid in ein Eis passt: Aber wenn der Eismacher Schokolade vom Schokowerk Ruth, Honig vom Leither Imkerverein, Kakao vom Wattenscheider "BeSchoki" und Erdbeeren vom örtlichen Bauern verwendet, dann kann er wohl mit Fug und Recht behaupten, ein ziemlich lokales Eis zu kreieren.

"Ich mache alles, was geht, selbst: Die Kekse im Cookies-Eis, den Krokant im Bienenstich-Eis und auch die Streusel im Zimt-Pflaume-Streusel-Eis", sagt Eisdieleninhaber Jo Glaubitz. Kein Wunder, dass die genannten Kreationen die beliebtesten Sorten aus der Theke des 54-Jährigen sind. 16 Sorten bietet er an, aktuell sind sechs davon vegan.

Nachfrage nach veganem Eis

"Fruchteis vegan herzustellen, ist nicht schwer. Kniffeliger wird's bei Sorten wie Haselnuss, Dunkler Schokolade und Pistazie", sagt der gelernte Koch. In die Eismaschine wandern dann Mandel- und Haselnussmilch statt üblicher Kuhmilch, beim Schokoeis reicht Kakao und Wasser. "Veganes Eis wird vermehrt nachgefragt", erklärt Glaubitz.

Dass er nach beruflichen Abstechern in den Sanitär- und Heizungsbereich und den Vertrieb nun eine eigene Eisdiele führt, beschreibt Glaubitz als "das Hobby zum Beruf machen". Der Name Eisliebe verrät das schon auf den ersten Blick: "Unter zwei Kugeln Eis am Tag geht bei mir selbst nichts", sagt der Wattenscheider und lacht.

1,20 Euro pro Kugel

Das Logo - eine minimalistische Eiswaffel in weißem Schriftzug - haben die Wattenscheider mitausgewählt. In einer Abstimmung bei "Instagram" hat sich der Entwurf gegen ein quadratisches und ein längliches Logo durchgesetzt. Bei "Instagram" informiert Glaubitz auch über neue Sorten und gibt Einblicke in das Leben hinter der Eistheke.

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1,20 Euro kostet eine Kugel, einen Eisbecher - etwa den Birne-Helene oder Schweden-Becher mit Apfelmus gibt es für 6,50 Euro. "Marktüblich" nennt Glaubitz seine Preise. Im deutschen Bundesdurchschnitt liegt er allemal: Laut Auswertung eines Verbraucherportals kostet die Kugel zwischen 97 Cent und 1,53 Euro.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Während es in Bremen und Dresden etwa besonders günstig ist, muss man in München besonders tief in die Tasche greifen. Im Vergleich zum Ausland ist das aber noch nichts: In Italien kostet eine Portion schnell schlappe 2,50 Euro. "Die Lebensmittel sind einfach teurer geworden und vor allem der Strom", erklärt Glaubitz. Auch er kann sich noch an Kindheitstage erinnern, in denen wenige Pfennige an der Eisdiele reichten.

Dafür kommt die eiskalte Abkühlung bei ihm nun so nachhaltig wie möglich daher: In essbaren Eisbechern, in recycelten Milch-Shake-Bechern oder kompostierbaren Löffeln. Schließlich gilt auch: Je qualitativer das Eis, desto teurer. "Wir verzichten auf künstliche Aromen und Farbstoffe, zum Färben nutze ich lieber Spirulina oder Spinat", sagt Glaubitz.

Einrichtung mit alten Kirchenbänken

"Wenn wir bald Flyer drucken, werden wir als Ausgleich dafür einen Baum pflanzen", kündigt Glaubitz an. Auch die Einrichtung an der Westenfelderstraße, wo vorher das Eiscafé Carboni war, zeugt von Naturbelassenheit: Helle Tische und Bänke, eine Theke aus Naturholz, schlichte Deko.

"Die Bänke sind weiß lackierte Kirchenbänke, manche davon stammen aus Essen", sagt Nicole Enstone. Als Lebenspartnerin von Glaubitz hatte sie bei der Einrichtung den Hut auf. Bei den Wattenscheidern scheint das Konzept gut anzukommen: Trotz Regenschauern ist die Eisdiele besucht. "Wir sind zufrieden, es läuft gut", sagt auch der Inhaber.

Geöffnet bis Weihnachten

Bis Weihnachten bleibt die Eisdiele geöffnet, dann schließt "Eisliebe" bis zum Aschermittwoch. Bis dahin hat Glaubitz aber bereits neue Pläne: "Wir werden bald Bubble-Waffeln und Kuchen anbieten", sagt er.

Auch den Ausschank von Glühwein in der Winterzeit zieht er in Erwägung. Noch eine weitere Zielgruppe nimmt der 54-Jährige in den Blick: "Ich werde bald Eis ohne Zucker anbieten, das besonders für Diabetiker geeignet ist", kündigt er an. Denn Eisgenuss und Eisliebe - die soll es schließlich für jedermann geben.

Eisdiele bei Instagram

Die Eisdiele "Eisliebe" befindet sich an der Westenfelder Straße 20. Geöffnet ist die Eisdiele mittwochs bis montags von 13-19 Uhr. Im Ladenlokal finden 30 bis 40 Personen Platz.

In den sozialen Netzwerken kann man "Eisliebe" bei "Instagram" mit dem Profil "eis_liebe" abonnieren. Aktuell sind die Sorten Erdbeer, Haselnuss, Banane, Pfirsich-Maracuja und Zitrone vegan.

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