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Neue Datenbank in Bochum sammelt Geschichten vom Widerstand

v.l.: Irmtrud Wojak, Gabriele Fuchs, Rolf Geers und Uli Borchers engagieren sich für die Fritz-Bauer-Bibliothek.

v.l.: Irmtrud Wojak, Gabriele Fuchs, Rolf Geers und Uli Borchers engagieren sich für die Fritz-Bauer-Bibliothek.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Im Einsatz für Menschenrechte: Die digitale Fritz-Bauer-Bibliothek in Bochum vereint Biografien von Widerstandskämpfern und Menschenrechtlern.

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Der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Holocaust-Überlebender, hat nach dem zweiten Weltkrieg entscheidend zur Aufklärung der Nazi-Verbrechen beigetragen. Dabei nahm er ein Risiko für sein eigenes Leben, seine berufliche Existenz und seine Freiheit in Kauf. Das Engagement Bauers und jenes vieler weiterer Personen, die sich Menschenrechtsverletzungen unter Inkaufnahme von Gefahren widersetzten oder immer noch widersetzen, wird in der neugegründeten Fritz-Bauer-Bibliothek in Bochum dokumentiert.

Bei der Bibliothek, die in zwei Wochen in der VHS ihren Start feiert, handelt es sich jedoch nicht um Regalwände voller dicker Bücher, sondern um eine interaktive Datenbank, die online abrufbar ist. Texte, Bilder, Videos und O-Töne illustrieren die Biografien der Menschen und deren Motivation, um die Menschenrechte zu kämpfen.

Die Historikerin Dr. Irmtrud Wojak ist Initiatorin der Bibliothek

Dr. Irmtrud Wojak ist Historikerin und Geschäftsführerin der Buxus-Stiftung und initiierte das Projekt. Als Autorin der Biografie Fritz Bauers inspirierte sie dessen Wirken zur Gründung der Fritz-Bauer-Bibliothek. Unterstützung erhält das Projekt vom Kinder- und Jugendring, von der VHS Bochum, vom Stadtarchiv, der Stadtbibliothek und vom Bochumer Bündnis gegen Rechts. Die Datenbank lebt, wie der Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte, von dem Engagement der Bürger und Bürgerinnen. Diese können die Datenbank über ein Online-Formular durch viele weitere Biografien ergänzen. Die dreiköpfige Redaktion der Bibliothek überprüft die eingesandten Biografien und überarbeitet sie gemeinsam mit dem Verfasser. Ein Ort, an dem Workshops gegeben werden und Biografien in Buchform ausliegen, ist in Planung.

Die Datenbank lebt, wie der Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte, von dem Engagement der Bürger und Bürgerinnen. Diese können die Datenbank über ein Online-Formular durch viele weitere Biografien ergänzen. Die dreiköpfige Redaktion der Bibliothek überprüft die eingesandten Biografien und überarbeitet sie gemeinsam mit dem Verfasser. Ein Ort, an dem Workshops gegeben werden und Biografien in Buchform ausliegen, ist in Planung

Die Datenbank ist eine neue Methode der Erinnerungskultur

Irmtrud Wojak weist vor dem Hintergrund eines in den letzten Jahren erstarkenden Nationalismus und Rassismus auf die aktuelle Bedeutung vom Einsatz Fritz Bauers hin. Ziel der Bibliothek sei es, Geschichten lebendig zu halten und durch die eigene Beschäftigung mit Biografien Vorbilder zu schaffen. Rolf Geers vom Kinder- und Jugendring verdeutlicht, dass sich die Aufarbeitung des deutschen Nationalsozialismus durch das Sterben der Zeitzeugen stark verändere. Eine selbstständige Erarbeitung von Biografien für die Datenbank sei daher eine neue und wichtige Methode der Erinnerungskultur. Für alle, die Biografien verfassen wollen, finden am 9. und 30. Oktober, am 13. und 27. November sowie am 11. Dezember, jeweils in der Zeit von 17.30 bis 20 Uhr in der VHS Workshops zum Umgang mit der Datenbank statt, die Teilnahme ist kostenfrei.

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