Kunstkirche Christ König

Nähgarn-Kunstwerk hängt nun in der Kunstkirche Christ-König

Die Künstlerin Elke Maier hat über zwei Wochen an ihrer Rauminstallation gearbeitet.

Die Künstlerin Elke Maier hat über zwei Wochen an ihrer Rauminstallation gearbeitet.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Mit einer raumgreifenden Installation ist die Künstlerin Elke Maier in der Kunstkirche zu Gast. Fadengeflecht wird zum atmenden „Lichtkörper“.

„Licht.Blick“ heißt die neue Installation in der Kunstkirche Christ-König. Der Titel passt genau: Die Künstlerin Elke Maier hat das Werk geschaffen, aber zum Leuchten bringt es das Tageslicht, das aus den kleinen Fenstern der Empore in den Kirchenraum fällt.

Elke Maier, die in Kärnten lebt, ist aufs Bespielen von Kirchenräumen spezialisiert; unter anderem hat sie schon den Wiener Stephansdom mit ihrer Kunst aufgewertet. Mittel der Wahl ist für die 1965 geborene Künstlerin normales Nähgarn. Allerdings verwendet sie es nicht in haushaltsüblichen Mengen, sondern en gros: Schließlich ist ihr Garn-Gespinst in der Kunstkirche 14 Meter hoch!

Hohes Maß an Konzentration

Von kreisförmigen Sand-Reliefs, die sich vom Eingang der Kirche bis zu den Altarstufen des Mittelschiffs erstrecken, streben unzählige, schimmernde Seidenfäden zur Decke empor. Dort läuft das Fadenwerk in einem Punkt zusammen – das ergibt einen so überraschenden wie betörenden Effekt. Denn das Gespinst ist mal (fast) unsichtbar, mal erstrahlt es in hellstem Glanz, je nachdem, wie der Sonnen- und Lichteinfall in der Kirche ist.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sich das Kunstwerk, aber auch der Raum selbst, allein durch das Spiel von Licht und Schatten verändern und immer wieder neu darbieten. Maiers filigraner „Lichtkörper“ ist kein statisches, konstruktives Gebilde, sondern aus sich selbst heraus dynamisch. Einen „Dialog mit Licht“ strebt die Künstlerin an, die für ihre Installation in Anspruch nimmt, dass sie eine hohes Maß an Gegenwartskonzentration erfordert.

Eindruck von Unendlichkeit

Heißt: Man muss sich auf das Lichtspiel einlassen, Muße mitbringen, die Zeit im Wechsel von Hell und Dunkel vergehen lassen. Und noch ein Aspekt ist Maier wichtig: „Dadurch, dass die Fäden weit auseinander laufen und unten verankert sind, setzten sie sich quasi in den Boden fort. Das ergibt den Eindruck von Unendlichkeit.“

Ihre künstlerischen Installationen entwickelt Maier von Anfang an in der Einheit des Ortes, in stetem Dialog mit dem Raum und mit dem im Raum wandernden Licht. So auch in der Kunstkirche: „Idee, Form und Entstehungsprozess sind untrennbar verbunden mit der Authentizität dieses Ortes.“

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