Altlastensanierung

Nachbarn sorgen sich um Giftstoffe durch Altlastensanierung

Petra Hertel vom Umweltamt (im Hintergrund am Container) erläutert die Planungen zur Altlastensanierung auf dem ehemaligen Zechengelände.

Petra Hertel vom Umweltamt (im Hintergrund am Container) erläutert die Planungen zur Altlastensanierung auf dem ehemaligen Zechengelände.

Foto: Dietmar Wäsche

Grumme.   Anwohner besichtigen Baustelle auf der Fläche der früheren Zeche Constantin in Bochum. Belastete Böden und das Grundwasser werden saniert.

Die Zeche und Kokerei Constantin 6/7 – 1909 abgeteuft und 1973 stillgelegt – hat viele Altlasten hinterlassen. Vor 29 Jahren wurde die kontaminierte Fläche in Grumme mit einer sieben Meter hohen Bodenschicht aufgeschüttet. Nun hat die Sanierung auf etwa 11.000 Quadratmetern begonnen. Kosten: 2,4 Millionen Euro.

Was passiert mit dem Boden?

Um die Anwohner über die Maßnahmen zu informieren, haben NRW. Urban als Auftraggeberin, die zuständige Baufirma und ein Gutachterbüro am Donnerstag zur Baustellenbesichtigung eingeladen. Mehrere Dutzend Nachbarn zeigten sich besorgt bis neugierig. Jürgen Maslo wohnt keine 100 Meter von der Baustelle entfernt. Er sieht’s gelassen: „Ich lebe seit 40 Jahren neben der verseuchten Fläche. Angst habe ich jetzt, wo sie die Giftstoffe herausholen, keine.“

Andere Anwohner sorgten sich über mögliche Lärmbelästigungen oder die Entsorgung. Dorothee Mettner: „Ich bin umweltbewusst und will wissen, was mit dem kontaminierten Boden passiert.“

Bauzeit von bis zu achten Monaten

Andreas Kalippke ist Geologe beim Gutachterbüro Geo Bau. „Der Boden wird nach dem Aushub untersucht und später auf Spezialdeponien gebracht.“ Für die Sanierung der Fläche in Nachbarschaft zum VfL-Trainingszentrum an der Hiltroper Straße rechnet er mit bis zu acht Monaten Bauzeit. Danach kann sich wieder Wald entwickeln. Die Reinigung des Grundwassers wird länger dauern.

Bei der Bodenaufbereitung wird das Areal mehr als drei Meter tief ausgekoffert, Teerstoffe entsorgt. Zudem muss das Grundwasser auf der Teilfläche sowie am Kaiserauenteich und in der Talaue – am Kreisverkehr – gereinigt werden, wie Petra Hertel vom Umwelt- und Grünflächenamt erläuterte. Die Filteranlagen stecken in verschlossenen Containern. Dies soll bis Mai fertig sein, weil dann die Kanalerneuerung und Straßensanierung an der Tenhoffstraße erfolgt.

Beim Grundwasser fördern fünf Brunnen aus 40 Metern Tiefe das schmutzige Wasser zutage, das über Pumpen in eine Sanierungsanlage geleitet wird. Eine Drainage mit Kies wird an den Grummer Teichen in vier Metern Tiefe angelegt. Aktivkohlefilter sorgen für die Reinigung mit einem Durchfluss von zehn Kubikmeter pro Stunde, so dass das Wasser später in den Kanal geleitet werden kann. Während der Sanierung von Grundwasser und Boden wird die Teilfläche zwischen Tenthoff- und Hiltroper Straße eingezäunt. Es gibt einen weiteren Anwohnerschutz: „Eine Reifenwaschanlage für die Baufahrzeuge wird installiert, zudem soll der Aushub kleinteilig gehalten werden. Er wird mit Plastikfolien abgedeckt, die Luft abgesaugt“, so Petra Hertel.

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