Todesschüsse

Polizeigewerkschaft ist betroffen über tödliche Schüsse

Michael Kerger hat die Schüsse von seinem Imbissbetrieb aus gehört.

Michael Kerger hat die Schüsse von seinem Imbissbetrieb aus gehört.

Foto: B. Kiesewetter

Bochum.   Mit Betroffenheit reagiert die Polizeigewerkschaft auf die tödlichen Schüsse eines Polizisten. Zeugen haben die Schüsse erst für Knaller gehalten

„Es macht sehr betroffen“, sagt Dietrich Voß, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Bochum, zu den tödlichen Schüssen auf einen 74-jährigen Mann am Sonntagabend in der Velsstraße. Die Beamten müssten im Notfall im Bruchteil einer Sekunde entscheiden, wie sie auf eine Bedrohungslage reagieren. „Das macht die Sache sehr schwierig.“ Der aktuelle Fall sei „eine ganz extreme Stresssituation für die eingesetzten Kollegen. Polizisten sind Menschen wie alle anderen auch“. Außerdem sagt Voß: „Ich gehe davon aus, dass der Kollege alle Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen für den Schusswaffengebrauch erfüllt hat, so traurig das Ergebnis auch ist.“

„Wir hatten gedacht, dass waren Knaller, wir haben ja bald Silvester“

Schießübungen sind bereits Bestandteil der Polizeiausbildung. Aber auch später, mindestens einmal im Jahr, würden die Polizeibeamten Schießübungen machen, „um fähig zu sein, mit der Waffe umzugehen“, wie Voß sagt.

Die Schüsse sind von Anwohnern deutlich gehört worden. „Wir hatten gedacht, dass waren Knaller, wir haben ja bald Silvester“, sagt der Inhaber der „Schnitzel-&Fritten-Werkstatt“, Michael Kerger, schräg gegenüber dem Einsatzort. Im Imbiss bedient hatte auch eine 19-jährige Angestellte. „Die war sehr geschockt.“ Kerger kannte den Verstorbenen, denn er war sein Kunde. „Wenn er hier war und sich nach draußen gesetzt hat, war er immer sehr freundlich und nie auffällig gewesen.“ Ähnlich äußert sich ein Nachbar: „Der Mann war ein komplett unauffälliger, ruhiger Typ.“

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