Starkregenflut

Nach Hochwasser in Hagen: Neue Überflutungen drohen

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21. Juli 2021, Hagen. Großes Aufräumen nach der Überschwemmung im Volmetal. Die Volme Brücke Unwetter Hochwasser Starkregen

21. Juli 2021, Hagen. Großes Aufräumen nach der Überschwemmung im Volmetal. Die Volme Brücke Unwetter Hochwasser Starkregen

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Sorgenvoll blickt man in Hagen auf das Wochenende. Schon kleine Regenmengen reichen jetzt für neue Überflutungen. Ein Blick auf die Situation.

Sorgenvoll blickt man in Hagen auf das kommende Wochenende: Die nächsten Unwetter stehen bevor. Und selbst kleine Regenmengen könnten jetzt ausreichen, um neue Überflutungen auszulösen. Die Verwüstungen des Jahrhunderthochwassers, das Hagen in der vergangenen Woche erschüttert hat, sind weiterhin im gesamten Stadtgebiet sichtbar – und ein Grund dafür, dass man sorgenvoll auf die nächsten Regenfälle blickt: Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) rechnet weiterhin mit einer Überflutungsgefahr der Gewässer. . Gleiches gilt für viele der 270 Fluss- und Bachläufe. Der WBH-Vorstand schätzt, dass rund 100.000 Tonnen Geröll, Schlamm und Baumstämme in diesen Gewässern liegen und somit Hindernisse für den Wasserlauf darstellen.

Um einen sicheren Wasserabfluss zu gewährleisten und ein erneutes Hochwasser zu verhindern, müssten diese umgehend beseitigt werden. „Aufgrund der enormen Menge an Treibgut und sogenanntem Geschiebe rechnen wir mit mehreren Wochen bis hin zu Monaten, bis die normalen Abflussbedingungen wiederhergestellt sind“, so der WBH. Solange ist von einer erhöhten Hochwassergefahr auch bei kleineren Niederschlägen auszugehen. Um die Gewässer so schnell wie möglich wieder in ihren normalen Zustand zu versetzen, hat der Wirtschaftsbetrieb seine Arbeitszeiten ausgeweitet und wird durch Freiwillige sowie beauftragte Firmen unterstützt. Man hoffe, im Oktober die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen zu haben.

Die Wetterprognose

Auch Wetterexperte Bastian Rissling behält die Wetterprognosen für das Wochenende im Auge: „So wie es aussieht bleibt es voraussichtlich bis Samstagvormittag trocken. Höchstens kurze, leichte Schauer könnten uns vorher erreichen. Danach sind teils kräftige Schauer und teilweise örtliche Unwetter über das Wochenende zu erwarten.“ Der Wetterexperte betont: „Es werden nicht die gleichen Wassermengen runterkommen, wie letzte Woche. Der Nachteil ist aber, dass uns vermutlich eine hohen Regenintensität erwartet. Der Boden kann nach wie vor kein Wasser aufnehmen und es kann relativ schnell zu neuen Überflutungen kommen.“

Die Infektionsgefahren

– insbesondere bei Aufräumarbeiten besteht eine besondere Gefahr. Beim Auftreten von Krankheitsanzeichen wie Fieber, Durchfall, Erbrechen, Entzündugen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kinder, Immungeschwächte sowie Personen mit offenen Wunden sollten sich möglichst nicht an Aufräumarbeiten beteiligen.

Der direkte Kontakt mit Schmutzwasser, Schlamm, verunreinigten Flächen und Geräten sollte so weit wie möglich vermieden werden. „Es empfiehlt sich, Aufräumarbeiten ausschließlich mit Schutzmaterial (Gummistiefel, wasserabweisende Kleidung und wasserdichten Handschuhen) durchzuführen“. Auch das Tragen einer Maske könne zum Schutz beitragen.

Die Ruhrseen

Die Bezirksregierung Arnsberg sperrt den Harkort- und den Hengsteysee bis zum 12. August für alle privaten und gewerblichen Freizeitaktivitäten im und auf dem Wasser: Durch das Hochwasser führt die Ruhr viel Treibgut und birgt nicht abschätzbare Gefahren. „Zerstörte Wohnwagen und Boote weisen teilweise spitze Teile auf, die sich im Untergrund verhaken können. Ausreichende Sichttiefen, um auf Hindernisse im Wasser reagieren zu können, sind nicht gegeben.“ Auch Bojenketten zur Markierung von gesperrten Bereichen seien zum Teil nicht mehr vorhanden. Die Wasserspiegel haben sich zwar normalisiert, doch sind die Strömungen immer noch stärker und gefährlicher als üblich. Der Ruhrverband will nun Gefahrenstellen beheben, damit die Sperrung so bald wie möglich wieder aufgehoben werden kann. Bei einem Verstoß droht ein Zwangsgeld in Höhe von 50.000 Euro.

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