Flüchtlinge

Nach Flucht aus Syrien veröffentlicht Mutter ihr erstes Buch

Ein Glück, wie es im Buche steht: Nahed Al Essa (hier mit ihren Kindern Naya und Kays) hat ihren ersten arabischsprachigen Roman veröffentlicht.

Foto: Gero Helm

Ein Glück, wie es im Buche steht: Nahed Al Essa (hier mit ihren Kindern Naya und Kays) hat ihren ersten arabischsprachigen Roman veröffentlicht. Foto: Gero Helm

Bochum.   Ein Glück, wie es im Buche steht: Zwei Jahre nach ihrer Flucht aus Syrien hat eine junge Mutter aus Bochum ihren ersten Roman veröffentlicht.

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„Der Leser soll singen und tanzen, weinen und lachen.“ Stolz hält Nahed Al Essa ihren ersten Roman in den Händen. „Ein verpasster Anruf“, lautet der übersetzte Titel. Für sie sei „ein Traum wahr geworden“, sagt die 34-Jährige. In ihrer neuen Heimat ein Buch zu schreiben, als Schriftstellerin zu reüssieren: Das lag für die Syrerin lange in weiter, unerreichbar scheinender Ferne.

Als Flüchtling kam Nahed Al Essa 2016 nach Bochum. Zurück ließ sie den Bürgerkrieg in Damaskus – und ihre beiden Kinder, die sie erst ein Jahr später, nach unendlichen bürokratischen Wirren, in die Arme schließen konnte. Inzwischen hat sich die Familie an der Hattinger Straße ein gemütliches Heim eingerichtet. Sohn Kays (9) und Tochter Naya (5) besuchen die Grundschule in Linden. „Unglaublich, wie schnell sie Deutsch gelernt haben“, strahlt Mama, die im Februar ihren Sprachkurs in der höchsten C1-Kategorie abschließt.

Großer Erfolg in Syrien

Ihre beruflichen Pläne? „Als gelernte Physiotherapeutin hoffe ich auf eine Anerkennung meiner Ausbildung in Deutschland. Auch als Demenzbetreuerin oder Übersetzerin könnte ich arbeiten.“ Ihr größter Wunsch indes ist es, ihre Passion zur Profession zu machen: das Schreiben. In Syrien hatte Nahed Al Essa damit beachtlichen Erfolg.

Zeitschriften druckten ihre Gedichte und Kurzgeschichten. Daran knüpfte sie 2017 mit berührenden Beiträgen über Flucht, Trauer und Hoffnung in der Flüchtlingszeitung „Neu in Deutschland“ an.

Nahed Al Essa arbeitet an Übersetzung

Nun liegt ihr erster Roman vor. Erschienen in einem Verlag in Beirut, wurde er in mehreren arabischsprachigen Ländern veröffentlicht und auf Buchmessen in Kairo und Marrakesch vorgestellt. „Er spielt in Damaskus und erzählt von Freundschaft, Familie, Krieg – und Liebe“, sagt Nahed Al Essa, die den „Verpassten Anruf“ bald auch auf Deutsch verfassen will.

Parallel schreibt sie weiter Gedichte und Kurzgeschichten. Auch sie handeln von Liebe. Der Liebe, die sie hier noch sucht – und die ihr Glück perfekt machen würde.

Für ihre nächste Lesung ist Nahed Al Essa am 19. Januar bei der Theatergruppe „WortSinnWeisen“ zu Gast. Beginn im Theater 48, Alleestraße 48, ist um 20 Uhr; Eintritt: 10 Euro.

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