Museum

Museum unter Tage bietet große Kunst in sieben Metern Tiefe

In den riesigen Ausstellungsräumen sieben Meter unter der Erde wird vor der Eröffnung noch eifrig gewerkelt.

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

In den riesigen Ausstellungsräumen sieben Meter unter der Erde wird vor der Eröffnung noch eifrig gewerkelt. Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

Bochum.   Nach einem Jahr Bauzeit steht das Museum unter Tage kurz vor seiner Eröffnung. Entstanden ist ein imposanter, komplett unterirdischer Bau.

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Nach nur einem Jahr Bauzeit ist im Weitmarer Schlosspark das komplett unterirdische Museum unter Tage (MuT) entstanden. Eine Woche vor der Eröffnung durfte die WAZ schon einen Blick hinein werfen und stellt den imposanten Neubau in einer kleinen Serie vor.

Der erste Eindruck: leicht irritierend. Direkt neben dem Kubus im Weitmarer Schlosspark stehen jetzt zwei große Betonklötze. In einem von beiden ist die Technik untergebracht, der andere führt sieben Meter hinab ins MuT.

Doch wer denkt, ein Museum, das den Ausdruck „unter Tage“ im Namen trägt und damit natürlich auf die Bergbau-Ära anspielt, sei nur durch eine Wendeltreppe im Stil eines engen Schachtes erreichbar, der täuscht. Der Eingangsbereich mit Treppe und Fahrstuhl ist hell und groß, das Tageslicht scheint bis hinunter ins Foyer. „Nichts wird sein wie es ist“, steht in Neonlicht auf einer Wand. Demgegenüber liest man: „Nichts ist wie es war.“

Unten herrscht emsiges Treiben

Eine Woche vor der feierlichen Eröffnung herrscht emsiges Treiben im MuT. Kisten mit Bildern werden ausgepackt und herum geschoben, es wird gehämmert und gewerkelt. Der meterhohe Kohleflöz – eine weitere Hommage an die Bergbau-Zeit – ist im Foyer hinter Glas bereits zu sehen. Der Flöz ist zwar nicht echt, doch die verschiedenen Schichten stammen tatsächlich aus Weitmar, verrät Kuratorin Maria Schulte.

Der zweite Eindruck: überwältigend. Ein Gang durch die in edlem Hellgrau gehaltenen Ausstellungsräume offenbaren die imposante Größe des Museums. Dass man sich hier sieben Meter unterhalb des Schlossparks befindet, ist kaum zu glauben. Ein Drittel der Ausstellungsfläche (insgesamt 1350 qm) wird künftig für Wechselausstellungen genutzt, zwei Drittel dienen einer Dauerausstellung.

Baukosten blieben im Rahmen

Das Konvolut „Weltsicht“, das aus der Sammlung des Galeristen Alexander von Berswordt-Wallrabe stammt, wird künftig hier zu sehen sein. Dies umfasst 320 bedeutende Werke der Landschaftskunst seit dem 15. Jahrhundert: vom klassischen Ölgemälde bis zur Videoinstallation. Bemerkenswert sind vor allem die Werke holländischer Maler wie Jan van Goyen oder Joos de Momper. Dieses Konvolut wurde bereits in mehreren Museen gezeigt – u.a. in Maastricht, Kiel und zuletzt in Bremen – und zieht nun dauerhaft ins MuT ein.

„Die Technik ist auf dem modernsten Stand“, erzählt Maria Schulte. Dies umfasst die Beleuchtung ebenso wie die Klimaanlage, die Kühlung wird über Geothermie geregelt. Insgesamt wurden im MuT 15 Kilometer an Geothermie-Leitungen verlegt. Stolz ist die Kuratorin darauf, dass sowohl die Bauzeit (ein Jahr) als auch die Baukosten von 7,7 Millionen Euro im geplanten Rahmen geblieben seien. Das MuT ist eine Anstrengung verschiedener Geldgeber: von privaten Förderern (3 Millionen), der Sparkassen-Stiftung (1 Million), der Evonik-Stiftung (1 Million) und vom LWL (700.000 Euro). Die Stadt beteiligt sich mit 2 Millionen Euro – allerdings in Raten auf zehn Jahre.

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