Gebetshaus

Moschee an der Querenburger Straße in Bochum droht das Aus

In diesem Haus an der Querenburger Straße betreibt der Islamische Kulturverein seit 2008 die Khaled-Moschee  – und dies zum Ärger einiger Nachbarn.

In diesem Haus an der Querenburger Straße betreibt der Islamische Kulturverein seit 2008 die Khaled-Moschee – und dies zum Ärger einiger Nachbarn.

Foto: Ingo Otto

Bochum-Wiemelhausen.   Der Islamische Kulturverein sucht neuen Standort für sein Gebetshaus. Es gibt Ärger um überfüllte Räume und Parkplätze. Die Stadt will helfen.

Steht die Moschee an der Querenburger Straße vor dem Aus? Der Islamische Kulturverein, der das Gebäude nahe der Unistraße seit 2008 als Gebetshaus betreibt, sucht nach einem neuen Standort. „Wir sind mit der Stadt in guten Gesprächen, um gemeinsam eine Lösung zu finden“, sagt Vorstandsmitglied Yassin Arras.

Hintergrund ist eine Nutzungsuntersagung seitens der Stadt, weil Vorschriften nicht eingehalten worden seien: Teilweise hätten sich weit mehr Personen als erlaubt in dem Gebäude zum Gebet befunden. Einige Nachbarn beklagen zudem schon länger ein Parkplatz-Chaos vor ihrer Haustür.

Dagegen hat der Islamische Kulturverein vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen geklagt. „Hierzu gab es eine mündliche Verhandlung“, bestätigt Karsten Herfort, Vizepräsident des Verwaltungsgerichts. Ein Urteil steht noch aus: „Das wird in den kommenden Wochen erwartet.“

Die Nutzungsuntersagung der Stadt bestehe bereits seit dem Jahr 2012. Seither werde der Betrieb der Moschee aber weiter geduldet, sagt Ulf Dannehl, Referent des Oberbürgermeisters Thomas Eiskirch (SPD). „Daran erkennt man, dass wir es uns mit dieser Angelegenheit nicht leicht machen“, betont er. „Uns geht es keinesfalls darum, die Moschee zu schließen, denn wir haben eine hohe Wertschätzung gegenüber der Arbeit, die dort geleistet wird.“ In einigen Punkten würde sich der Betrieb einer Moschee mit dem umliegenden Wohngebiet allerdings nicht vertragen: „Hier gilt es, Lösungen zu finden.“

Freitagsgebet in zwei Schichten

Ein Stein des Anstoßes: Bei Kontrollen der Stadt sollen teilweise rund 400 Menschen (doppelt so viele wie erlaubt) in der Moschee gewesen sein. Die Stadt habe „massive Brandschutzprobleme“ befürchtet. „Dieses Problem hat die Gemeinde aber mittlerweile gut im Griff“, sagt Ulf Dannehl.

Auch Vorstandsmitglied Yassin Arras betont, auf die Zahl der Gläubigen zu achten: „Das Freitagsgebet führen wir schon länger in einem Zwei-Schichten-System durch, so dass nie zu viele Menschen auf einmal bei uns sind“, sagt er. „Das läuft gesittet ab.“ Dass es zur Mittagszeit, wenn auch die benachbarten Schulen Schluss haben, auf der Straße schon mal eng werden könnte, sieht er ein: „Aber das ist nur kurzzeitig der Fall.“

Ein weiteres Problem: die Parkplätze. Obwohl die Gemeinde zusätzliche Parkplätze angemietet habe und alle Mitglieder dazu ermahne, nur auf der Wasserstraße zu parken, beklagen einige Anwohner auf der Querenburger Straße eine massive Parkplatznot. Das kann Arras nicht verstehen: „Wir haben festgestellt, dass 80 Prozent unserer Besucher mit der U-Bahn kommen“, meint er. „Außerdem sind das öffentliche Stellplätze, die jedem zur Verfügung stehen.“

Egal wie das Urteil des Verwaltungsgerichts aussieht: Die Gemeinde sucht nach einem neuen Standort und lobt gleichzeitig die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Ob nur die Gebete woanders abgehalten werden oder die Gemeinde komplett umziehen könnte: „Momentan ist alles möglich“, sagt Arras. Eines sei aber klar: „Wir wollen in Bochum bleiben, denn wir sind Bochumer. Wir hängen an dieser Stadt.“

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