Ruhr-Uni

Mit der Kamera die Welt im Blick behalten

Teil der Abschluss-Ausstellung

Foto: Ingo Otto

Teil der Abschluss-Ausstellung Foto: Ingo Otto

Bochum.   Felix Freier geht nach 32 Jahren als Leiter des Bereichs Fotografie im Musischen Zentrum in Pension. Zum Abschied gibt’s eine große Foto-Schau.

Eine umfangreiche Fotoausstellung kann man im Musischen Zentrum der Ruhr-Uni auf sich wirken lassen. Mit der Übersichtsschau geht der langjährige Leiter des Bereiches Fotografie, Felix Freier, in Pension.

In den Fluren des Musischen Zentrums waren in den letzten drei Jahrzehnten immer wieder Foto-Schauen zu sehen. Die Exponate stammten aus den Foto-Kursen, die Freier für die RUB-Studierenden und -Mitarbeiter in jedem Semester organisierte. „Rund 120 Teilnehmer waren es immer“, erinnert er sich. Bei einem Output von 40 Arbeiten pro Kopf, kam in all den Jahren also Einiges zusammen.

Auch die Technik veränderte sich

Für die Retrospektive hat Freier über 100 großformatige Fotografien aus 32 Jahren studentischen Schaffens ausgewählt. „Ein Querschnitt aus fast 150 themenspezifischen öffentlichen Ausstellungen ist zu sehen“, sagt er. Die Bilder entstammen dem MZ-Archiv, die meisten Aufnahmen hatten die Kursteilnehmer nach Abschluss der Workshops zwar für sich behalten. Aber viele Bilder verblieben auch an der Ruhr-Uni.

Betrachtet man sie kompakt und über die Jahre hinweg, wird deutlich, mit wie vielen individuellen Geschichten und gesellschaftlichen Ereignissen die Fotos verbunden sind. Und wie sehr sich die Technik selbst verändert hat. „Anfangs gab es nur analoge Fotografie, und die Arbeit im Labor gehörte selbstverständlich dazu“, sagt Freier. Heute, im Zeitalter der digitalen Fotografie, ist die „nasse“ Fertigung von Fotos eher ‘was für Liebhaber. Dafür sind die Kameras heute erschwinglicher als in den 1980er Jahren.

Experimente mit Licht und Farbe

Bilder von jugendlich-narzisstischer Selbstbespiegelung sind in der Ausstellung ebenso zu sehen wie experimentelle Auseinandersetzungen mit Licht und Farbe oder harte Foto-Reportagen vom Verfall in Ostdeutschland anlässlich einer Reise direkt nach der Wende. Aber auch Motive der erfolgreichen Serie „RUB-Betonschönheiten“ tauchen auf. Oder die witzig-verspielten Atelieraufnahmen, auf denen Studis nach Motiven alter Meister posierten – etwa als Mona Lisa oder als genussfreudiger Gott Bacchus.

„Grundsätzlich ging es immer um Kreativität und den künstlerischen Blick in die Welt“, sagt Felix Freier. Den Titel der Schau „...normalerweise war’s das“ hat er mit Bedacht gewählt. Für den Leiter des Bereichs Fotografie ist mit dem November der Ruhestand angebrochen. Als engagiertes Mitglied im Bochumer Künstlerbund bleibt der Fotokünstler Freier seiner Leidenschaft für die Kamera treu.

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