Warnstreik

Mehr als 1800 Bochumer Stahlarbeiter legen die Arbeit nieder

Vor Tor Süd bei ThyssenKrupp-Stahl an der Essener Straße haben die Stahlarbeiter gegen 12 Uhr die Werkszufahrt blockiert.

Vor Tor Süd bei ThyssenKrupp-Stahl an der Essener Straße haben die Stahlarbeiter gegen 12 Uhr die Werkszufahrt blockiert.

Foto: Gero Helm

bochum.   Bei fünf Stahl-Betrieben kommt es zu Streiks. Hunderte Mitarbeiter treffen sich vor den Werkstoren. Die IG Metall sieht darin ein klares Signal.

Bis zu 1800 Stahlarbeiter aus fünf Betrieben der Stahlindustrie in Bochum haben am Montagvormittag und -mittag die Arbeit niedergelegt. Den Beginn machten die Beschäftigten der Gießerei von Doncasters an der Bessemer Straße. Dort haben sich die Beschäftigten vor Beginn der Frühschicht bereits um 5.30 Uhr versammelt. Eva Kerkemeier, 1. Bevollmächtigte der IG Metall, freute sich über die gute Beteiligung: „Die Kollegen wissen jetzt einfach, worum es bei dieser Tarifauseinandersetzung geht.“

Anderes als beim letzten Warnstreik im Februar, als sich die Streikenden zentral an der Castroper Straße getroffen haben, gab es am Montag dezentrale Aktionen. Beteiligt haben sich Mitarbeiter und Mitarbeiter folgender Betriebe: ThyssenKrupp Stahl Europa (Werk Essener Straße), ThyssenKrupp Stahl Europa (Elektrobandwerk Castroper Straße), Stahlwerke Bochum (Castroper Straße), Doncasters Precision Castings (Bessemer Straße) und Bochumer Verein Verkehrstechnik. Insgesamt sind in den unterschiedlichen Werken der Stahlindustrie in Bochum insgesamt immer noch knapp 5000 Menschen beschäftigt.

Arbeitsplätze sollen gesichert werden

Ursprünglich, so berichtet Eva Kerkemeier, sollten die Tarifverhandlungen bereits am Montag fortgesetzt werden. Doch jetzt gibt es erst wieder einen Termin am kommenden Samstag. Der IG Metall geht es um eine sechsprozentige Lohnerhöhung für zwölf Monate, eine zusätzliche tarifliche Urlaubsvergütung, mit der Option Geld in freie Tage umzuwandeln, und einer Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit. „Gerade in Bochum geht es auch um die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen in der Stahlindustrie“, erläuter Eva Kerkemeier mit Blick auf die kommenden möglichen Veränderungen bei ThyssenKrupp im Zusammenhang mit der Gründung einer gemeinsamen Firma mit Tata-Steel.

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