Prozess

Mann soll seinem Vater Messer in den Bauch gestoßen haben

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Ein 24-jähriger Bochumer steht wegen brutaler Attacken auf seinen Vater und andere Menschen vor Gericht: Er soll aber schuldunfähig sein.

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Das Opfer hatte Glück im Unglück: Die zwölf Zentimeter lange Klinge eines Küchenmessers prallte beim Stich in seinen Bauch an einer Rippe ab, so dass der Stichkanal nur 1,5 Zentimeter tief und nicht lebensgefährlich war. Der Mann, der zugestochen haben soll, steht seit Freitag vor dem Landgericht. Es ist sein eigener Sohn.

Der Beschuldige soll psychisch schwer krank und deshalb schuldunfähig sein. Die Staatsanwaltschaft spricht von Psychosen, Halluzinationen, einer paranoiden Schizophrenie und Realitätsstörungen. Deshalb sei er für die Allgemeinheit gefährlich und soll unbefristet in eine geschlossene Spezialpsychiatrie eingewiesen werden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bochumer noch weitere Gewalttätigkeiten vor. Im Oktober 2014 soll er seinem Vater in der gemeinsamen Wohnung in Wiemelhausen gegen ein Bein getreten haben, das kurz zuvor gebrochen war. Dadurch brach es erneut. Die Messerattacke ereignete später, im Mai 2015, ebenfalls zu Hause. Dabei soll der 24-Jährige seinem Vater auch 15 bis 20 Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

Prügelattacke auf ein küssendes Paar

Außerdem gibt es drei weitere Vorwürfe: einen offenbar völlig willkürlichen und anlasslosen Faustschlag ins Gesicht eines Passanten (dessen Nase nachher blutete) sowie zwei Prügelattacke auf einen Mann in einer Notschlafstelle in Nähe des Ruhrstadions und auf ein küssendes Liebespaar am Südausgang des Hauptbahnhofes.

Der Beschuldigte befindet sich seit einigen Monaten in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus. Zwei Wachtmeister passen im Gerichtssaal auf ihn auf. Wie sein Verteidiger Matthias Düllberg sagte, will er sich zu den Vorwürfen erst am nächsten Sitzungstag am kommenden Montag äußern. Richterin Isabelle Hoffmann sagte ihm zum Auftakt dieses „Sicherungsverfahrens“: „Sie brauchen nicht aufgeregt zu sein. Wir machen alles in Ruhe.“

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