Wirtschaft

Lueg übernimmt sechs Mercedes-Standorte in der Schweiz

In Riemke betreibt Lueg seit einigen Monaten in Riemke das Base-Camp mit einem sogenannten 3650-Grad-Mobilitätsangebot.

In Riemke betreibt Lueg seit einigen Monaten in Riemke das Base-Camp mit einem sogenannten 3650-Grad-Mobilitätsangebot.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Bochumer Traditionsunternehmen Lueg expandiert im In- und Ausland. Nun investiert es in der Schweiz.

Die Fahrzeugwerke Lueg übernehmen sechs Mercedes-Standorte in der Schweiz. Das Bochumer Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Mehrheit an drei Standorten in Luzern sowie an den Verkaufs- und Servicestandorten in Ennetbürgen und Sursee sowie an der Karosseriewerkstatt in Emmenbrücke mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern übernommen.

„Wir freuen uns sehr über diese Chance, sechs Vorzeigebetriebe in der Schweiz zu übernehmen“, kommentiert Christian Mahnert-Lueg, Gesellschafter und Vorsitzender des Lueg-Aufsichtsrats, die Übernahme. „Ich bin überzeugt, dass wir uns sehr gut verstehen werden, teilen wir doch alle die Leidenschaft zum Automobil und die Kompetenz aus Erfahrung.“

Base-Camp in Bochum-Riemke

Trotz des sich rasch wandelnden Automobilgeschäfts und der wachsenden Bedeutung des Online-Geschäfts setzt einer der größten Vertriebs- und Servicepartner der Daimler AG in Deutschland auch weiterhin auf klassische Autohäuser, wie Lueg-Vorstandsvorsitzender Jürgen Tauscher anlässlich des 100. Geburtstags des Unternehmens gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Gleichwohl ist die 1868 in Bochum gegründete Lueg-Gruppe mit ihren zwölf Gesellschaften an 30 Standorten und etwa 1400 Mitarbeitern auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. In Bochum-Riemke etwa hat sie im vergangenen Jahr ein Base-Camp errichtet, um den benachbarten Amazon-Fuhrpark optimal betreuen zu können. Zu dem Pilotprojekt gehört die Bereitstellung von Fahrzeugen, der Aufbau einer E-Mobil-Flotte inklusive Servicediensten, der von einer Mercedes-Tochter entwickelte Fahrzeugscanner zur Erkennung und digitalen Speicherung von Schäden sowie die Bereitstellung von Ladekapazitäten.

Mehrheit an Mobexo

Vor wenigen Wochen hat das Unternehmen außerdem die Mehrheit an Mobexo übernommen und damit sein Werkstatt- und Schadenmanagement-Geschäft ausgeweitet. Das 2016 gegründete Startup mit Sitz in Hattingen bietet Flottenkunden im Schadenfall „eine unkomplizierte und schnelle Reparaturabwicklung an“, wie es heißt. Ein Full-Service, der von Kunden durch das Werkstatt-Portal über www.mobexo.de sowie über die 24-Stunden-Schadenhotline in Anspruch genommen wird. Mobexo hat bis zur Übernahme etwa 8000 Fahrzeuge betreut und wurde mit der Lueg-Tochter BFM verschmolzen, die 75 mittelständische Unternehmen mit einer Fuhrparkgröße von fünf bis 400 Fahrzeugen betreut.

Neue Konzepte entwickeln

„Ein professionelles und kostenreduzierendes Flottenmanagement wird für Unternehmen mit Fuhrparks –auch mit kleineren Fahrzeugbeständen – immer relevanter“, so Lueg-Vorstand Jürgen Tauscher. „Mit der Investition in Mobexo bauen wir unser bislang sehr erfolgreiches Geschäftsfeld deutschlandweit aus und können Flottenkunden künftig noch mehr Vorteile und Services bieten.“ Mobexo-Geschäftsführer Stefan Jansen betont: „Auch das klassische Flottengeschäft verlangt neue Konzepte, um für Kunden attraktiv zu bleiben.“ Der Zusammenschluss von BFM mit Mobexo sei der erste Schritt auf dem Weg zu einem weiteren zukunftsfähigen Mobilitätskonzept. Und: „Mit der BFM und Mobexo schließen sich nicht zuletzt zwei im Ruhrgebiet beheimatete Familienunternehmen zusammen, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben und nun gemeinsam von Bochum aus Bewegung in den deutschen Flottenmarkt bringen werden“, so Co-Geschäftsführer Dennis Podlech.

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